Historische Gebäude an der Königinstraße

Bürger fordern: „Tierklinik soll erhalten bleiben“

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Die Maxvorstädter stimmten auf ihrer Bürgerversammlung gegen einen Abriss der historischen Gebäude, die erst kürzlich aufwendig saniert wurden.

München - Die historischen Gebäude der Tierklinik am Englischen Garten sollen nicht abgerissen werden. Dafür stimmten die Maxvorstädter auf ihrer Bürgerversammlung. Konkret schützen wollen die Bürger die ehemalige Kleintierklinik, den historischen Mittelbau sowie die Externe Klinik.

Auf dem Gelände an der Königinstraße soll unter anderem bis 2018 das Nano-Institut als Teil des neuen LMU-Campus für Physik entstehen. Der Bau ginge aber mit dem weitestgehenden Abriss aller heute dort stehenden Bauten einher. Ein Unding für die Altstadtfreunde, auf deren Antrag die Entscheidung der Versammlung für den Erhalt fiel.

Gebäude wurden erst kürzlich teuer saniert.

Der Alternativvorschlag: Die historischen Bauten sollten vielmehr in die Planungen für den neu zu errichtenden Campus miteinbezogen werden – eine Brücke zwischen historischem Bestand und moderner Architektur geschlagen werden. Vor allem wiesen anwesende Vertreter der Initiative auf die besondere Innenausstattung der Gebäude hin. Diese entstand um die Wende zum 20. Jahrhundert. Besagte Stuckdecken, Jugendstil-Gusseisengeländer und Natursteinarbeiten wurden erst kürzlich saniert. Hier wären also Investitionen in den Denkmalschutz getätigt worden, die zum Bau des Campus aber vollkommen im Widerspruch stünden.

Dieser ist ohnehin umstritten. Die geplante Fassade des Nano-Instituts beispielsweise fand in der Stadtgestaltungskommission keinen wirklichen Konsens. Vor allem mit diesen Argumenten haben die Altstadtfreunde die Bürger von ihrem Antrag überzeugt.

Bürger zeigen klare Haltung gegen Bauwut

Prinzipiell zeigten die Maxvorstädter auf der Versammlung eine klare Haltung gegen Bauwut und Luxussanierungen. Gerade auch in der Maxvorstadt scheint diese immer weiter ihre Kreise zu ziehen. Das Viertel ist wegen zentraler Lage, studentischen Charakters und der Museen höchst attraktiv für Investoren und deren Projekte. Die Verdichtung des Stadtteils und die mit ihr einhergehenden Randerscheinungen sind so monatlich Thema in den Sitzungen des Bezirksausschusses. In einem mehrheitlich angenommenen Grundsatzantrag forderte die Versammlung, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Am Beispiel der Türkenstraße legte ein Bürger Fälle offen, in denen Wohnungen ohne Wissen respektive Zustimmung der Ämter saniert würden. Bezahlbarer Wohnraum und das typische Ambiente der Maxvorstadt würden so vernichtet, klagte der Anwohner.

Lukas Ferring

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