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Nach tödlichem Unfall am U-Bahnhof Josephsplatz

Blindenbund fordert mehr Sicherheit

Vorbild Paris: Eine Glaswand mit Durchgängen trennt Bahnsteig und U-Bahn.

Nach einem tödlichen Unfall im U-Bahnhof Josephsplatz ist die Diskussion über Bahnsteigtüren in München erneut entbrannt.

München - Wegen des Todes eines 41-jährigen Blinden am U-Bahnhof Josephsplatz fordert der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) eine Erhöhung der Verkehrssicherheit auf den Bahnsteigen der Münchner U-Bahn.Die Verkehrsgesellschaft verweist auf bereits erfolgte Tests und auf eine aktuelle Machbarkeitsstudie.

Wie berichtet war der 41-Jährige am Samstag ins Gleis gestürzt, weil er offenbar kurzzeitig die Orientierung verloren hatte, wie der Verband in einer Pressemitteilung schreibt. Obwohl der U-Bahnfahrer eine sofortige Bremsung einleitete, konnte der Zug nicht mehr rechtzeitig anhalten. Der 41-Jährige wurde in den Schutzraum unter der Bahnsteigkante geschleudert und dabei äußerst schwer verletzt. Am vergangenen Dienstag erlag er in einer Münchner Klinik seinen Verletzungen.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im Jahr 2009 war eine junge blinde Münchnerin getötet worden, weil sie am U-Bahnhof Silberhornstraße zwischen zwei U-Bahnwagen geraten war. Und Ende 2011 wurde ein blinder Münchner lebensgefährlich verletzt, als er am Münchner U-Bahnhof Rotkreuzplatz in das Gleisbett stürzte.

Der BBSB fordert nun die Verkehrsbetriebe auf, mehr für die Sicherheit an U-Bahngleisen zu tun. „Bereits am 26. Juli haben wir der Landeshauptstadt unsere Stellungnahme zum Stand der seit 2013 geplanten Gleisraumüberwachung bei der Münchner U-Bahn mitgeteilt“, schreibt BBSB-Landesvorsitzende Judith Faltl. „Der bisher einzige durchgeführte Feldversuch brachte kein zufriedenstellendes Ergebnis.“ Damit könne man sich nicht abfinden, ergänzt Stefan Insam, stellvertretender Landesvorsitzender des BBSB. Der Vorwurf: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Stadt München verzichteten aus Kostengründen auf eine rasche Gefährdungsbehebung. „Wir fordern deshalb die Umsetzung von Bahnsteigtüren, die zu einer massiven Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer führen.“

Das Thema Bahnsteigtüren war zuletzt im Juli aufgekommen, da die übrigen Tests der MVG in Sachen Gleisbettüberwachung nicht zufriedenstellend verlaufen waren. „Wir haben ausführlich erprobt und sogar mit Radar, Laser, Video drei unterschiedliche Systeme getestet“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. „Ergebnis war, dass keines der Systeme praktikabel ist.“ Bei Bahnsteigtüren handelt es sich um Wände mit Einlässen am Bahnsteig. Diese Zugänge öffnen sich erst, wenn der Zug eingefahren ist. Problem in München ist derzeit, dass die alten U-Bahnen nicht so halten können, dass sich die Zugangstüren der Züge auf Höhe der Bahnsteigtüren befinden würden. Das wäre laut MVG nach dem sukzessiven Austausch der U-Bahnen vermutlich erst 2030 der Fall. „Bis das umgesetzt ist, fordert der BBSB die Verantwortlichen auf, für geeignete Maßnahmen zu sorgen, um derart tragische Ereignisse zu vermeiden“, sagt Insam.

Korte betont: „Die Münchner U-Bahn ist sicher. Auch die S-Bahn oder die Eisenbahn sind nicht mit einem System zur Gleisraumüberwachung ausgestattet. Letztere kann auch nicht jeden Vorfall verhindern. Sie wäre allerdings eine zusätzliche Sicherheitsvorkehrung.“

Ob Bahnsteigtüren infrage kommen, wird derzeit in einer Machbarkeitsstudie untersucht. Mit einem Ergebnis wird 2019 gerechnet. „Da muss man sich anschauen, welche Möglichkeiten die Bestandsbahnhöfe bieten. Ein nachträglicher Einbau ist sicher nicht ganz unproblematisch. Bei der geplanten Neubaustrecke U9 wird die Option für Bahnsteigtüren offengehalten.“ 

Sascha Karowski

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