Horror-Unfall im Museumsviertel

Entgleist! Tram rast in Eckhaus - Drei Verletzte

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Eine Tram ist in der Maxvorstadt entgleist und in ein Haus gekracht.

München - Mitten im Museumsviertel ist am Freitag um 11.20 Uhr eine vollbesetzte Tram nach dem Zusammenstoß mit einem Transporter entgleiste und in ein Haus gekracht.

In der Übersicht: der Unfallort von oben fotografiert.

Alle festhalten! Wir stoßen zusammen!“, schrie der Trambahnfahrer noch geistesgegenwärtig in sein Mikrofon. Dann krachte es auch schon. Und zwar gewaltig: Unlenkbar hob der Zug im rechten Winkel ab, schoss über den Gehsteig und krachte unter das Dach der Passage unter dem Eckhaus Barer/Gabelsbergerstraße.

Die Tram 27 war auf der schnurgeraden Barer Straße stadteinwärts zum Sendlinger Tor unterwegs. An der Kreuzung zur Gabelsberger Straße kam von rechts ein weißer Renault-Transporter. Ob der Fahrer (58) die rote Ampel übersah, muss noch geklärt werden. Der Transporter rammte die Tram mit voller Wucht – in einem so unglücklichen Winkel, dass der vordere Teil des Zuges aus den Schienen gehoben wurde. Kurz vor der Eingangstür des Hauses Barer Straße 38 blieb die Tram zum Glück für den Fahrer unter dem Dach stecken. Auch die Fahrgäste überstanden den harten Aufprall dank der schnellen Warnung des Fahrers relativ gut. Nur zwei Insassen erlitten leichte Verletzungen und kamen vorsorglich in eine Klinik.

Der Fahrer des Lieferwagens dagegen wurde im Führerhaus eingeklemmt und konnte erst von der Feuerwehr befreit werden. Er war zwar ansprechbar, wurde aber mit schweren Verletzungen in eine Klinik gefahren. Der Fahrer eines schwarzen Smart konnte noch kurz vor der quer stehende Tram bremsen. Ein weiteres Fahrzeug wendete und brauste einfach davon.

Die Bergung der Tram dauerte bis zum Abend noch an. Auf Stahlplatten zog die Feuerwehr den Zug mit zwei Seilwinden unter dem Dach heraus. Die Tram soll ins Gleis gehoben und vom Unfallhilfswagen der MVG abgeschleppt werden. Am Haus wurde nach Einschätzung des Statikers lediglich Dämmstoffe beschädigt.

Bei dem Unfall entstand nach Polizei-Angaben ein Gesamt-Sachschaden von insgesamt ca. 500.000 Euro.

So erlebten Augenzeugen den Unfall

Der Unternehmer Alexander Thomas (30) ist der Schwiegersohn des Springreiters Alwin Schockemöhle (77), unterstützt seine Frau in der Münchner PR-Agentur Sasse und Schockemöhle. Er fuhr um 11.20 Uhr in seinem Mercedes auf der Barer Straße gerade zur Messe Pferd international: „Ich hatte ebenso wie die entgegenkommende Tram Grün und bin mir darum sehr sicher, dass der kreuzende Transporterfahrer Rot gehabt haben muss.“ Thomas sah, wie der Smartfahrer vor ihm („Da war eine ganze Familie drin“) gerade noch bremsen konnte, als die Tram plötzlich quer über die Straße schoss: „Ein anderer Autofahrer vor mit hat einfach gewendet und ist abgehauen. Alexander Thomas stieg aus und wollte helfen: „Es sah schlimm aus. Ich war sicher, dass es viele Verletzte oder gar Tote gibt. Ich rief sofort die Polizei.“ Da kamen ihm die Leute aus der Tram schon entgegen: „Sie haben alle den Fahrer gelobt. Ich bin sehr froh, dass das relativ glimpflich abgegangen ist.“

Auch Bozidar Peric vom gleichnamigen Feinkostgeschäft an der Barer Straße wurde Zeuge des Unglücks. „Ich war gerade im Lager, als es krachte. Ich hatte das Gefühl, die Wände würden wackeln“, erzählt der 72-Jährige der tz. Sofort lief der Kroate vor das Feinkostgeschäft und sah, wie Rauchschwaden vor dem Fenster vorbeizogen. „Und dann stand ein paar Meter weiter die Tram im Hauseingang. Ich dachte, ich seh' nicht richtig…“ Während der Bergung war der Zugang gesperrt. Allerdings: Wegen des Brückentages hatte der Partyservice sowieso geschlossen.

Tram kracht in Haus - Bilder

Tram kracht in Haus - Bilder

Dorita Plange, Jacob Mell

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