Dschungel in der Loggia

Urteil gegen Ahorn auf Balkon: Der Baum muss weg

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Da wächst ein Ahorn am Balkon! So sah er 2015 aus, heute ist er noch größer. Jetzt muss er weg.

Ein bisschen Grün auf dem Balkon – wer mag das nicht? Aber was sich ein Mieter in der Maxvorstadt gepflanzt hat, geht weit über die üblichen Balkonblümchen hinaus: Dort wuchert ein ausgewachsener Ahorn in die Höhe! Das Amtsgericht hat nun entschieden: Der Baum muss weg.

München - Seit 1990 wohnt der Mieter in der GWG-Wohnung in der Gabelsbergerstraße, berichtet das Gericht. In seiner schmucken Loggia habe er zunächst einen kleinen Bergahorn als Topfpflanze gehalten. Doch der wuchs und wuchs! In 15 Jahren bildete sich eine riesige Baumkrone. Der ursprüngliche Holzkasten verrottete, die Erde und Wurzeln sind mittlerweile direkt im Betonboden verankert. Immerhin: Der Mieter sicherte den Baum mit Stahlketten gegen Windböen.

Schon seit Juni 2015 hatte die GWG ihren Mieter aufgefordert, den Baum zu entfernen. Eine derartige Nutzung des Balkons sei nicht vertragsgerecht. Der Mieter aber argumentierte: Eine Bepflanzung nach eigenen Wünschen gehöre zum vertragsgemäßen Gebrauch. Außerdem sei der Beseitigungssanspruch verjährt. Schließlich wachse der Baum dort ja schon jahrelang.

Nun folgte die Klage. Und der zuständige Richter am Amtsgericht gab der GWG Recht. Der Dschungel muss weg. Mehrere Meter hoch wachsende Bäume seien „zum Halten auf Loggien in mehrstöckigen Häusern in Innenstädten nicht geeignet.“ Auch das Argument der Verjährung gelte nicht: Dafür dürfe nicht das Pflanzen von vor 15 Jahren gelten, sondern erst der Zeitpunkt, als die GWG das Wachstum des Baumes feststellte.

Andrea Stinglwagner

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