"Des is brutal"

Obststandl-Didi erklärt sein Erfolgs-Video

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Egal bei welchem Wetter: Der Obststandl-Didi ist immer da. In bald 30 Jahren sei er nicht einmal wegen Krankheit nicht zur Arbeit gekommen, sagt er in seinem Imagefilm.

München - Dieter "Didi" Schweiger ist ein Urgestein Münchens. Seinen Imagefilm sahen mehr als 200.000 Menschen. Was sagt er zu der ganzen Aufregung?

Sein Video ist derzeit der Hit unter Münchnern. Mehr als 200.000 Menschen haben es bereits online geklickt, sei es bei YouTube, Vimeo oder muenchen.de, die Resonanz ist durchweg positiv. "Gänsehaut bei der Mutter aller Imagefilme!", schreibt ein User bei YouTube. Im vierminütigen professionellen Clip wird das Unternehmen "Obststandl" von Dieter "Didi" Schweiger (52) an der Ludwig-Maximilians-Universität von seiner besten Seite gezeigt.

Didi selbst ist absolut überwältigt von der Resonanz: "Des is brutal, was da zurückkommt", meint der 52-Jährige mit der wettergegerbten Haut. Derzeit würde ihn jeder auf den Film ansprechen. Den Didi freut's natürlich: Keiner ratscht so gerne mit seinen Kunden wie er. Und das schon seit bald 30 Jahren.

Aber auch fürs Geschäft sei der Film "guad", sagt der Obstverkäufer. "Gekannt haben's mi vorher scho, jetz' kaufens auch a mal an Apfel." Und das summiert sich: "Wenn ein Student nur einen Apfel kauft, sind's bei 100 Studenten schon 100 Äpfel", freut sich Didi über seinen Erfolg.

Nicht irgendein Unternehmen

Zum Film gekommen ist er eigentlich wie die Jungfrau zum Kinde. Zuerst habe er gedacht, das seien wieder so Studenten von der Filmhochschule, die bei ihm drehen wollen. Beinahe hätte er die Damen von der Produktionsfirma wieder abgewimmelt, dann erklären sie ihm das Projekt, und er war sofort Feuer und Flamme: Ein Imagefilm über sein Unternehmen, sein Obststandl an der U-Bahn Haltestelle Universität.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die neuen Kameras auszutesten, wollte die Imagefilm-Firma etwas ganz Besonderes machen. Es sollte nicht schon wieder ein Video mit irgendeinem großen Unternehmen werden.

"Alle warens mit so vui Freid dabei", berichtet der 1860-Fan und ehemalige RTL-Wetterfrosch, "Wir wussten ja alle ned, was dabei rauskommt." Von Geld sei allerdings nie die Rede gewesen: Das Projekt sei "einfach aus Spaß an der Freid" enstanden. Bis zu 50.000 Euro kostet so ein professioneller Imagefilm ein Unternehmen normalerweise. Für den Münchner Obsthändler gab's die Werbung umsonst.

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Drohnen-Kameras am Obststand

Begeistert erzählt Didi vom Dreh: "Es war irre. Die san mitm Ü-Wagen hergekemma und ham mehr Equipment dabei ghabt als der Bayerische Rundfunk. Sogar mit Drohnen habens g'filmt, durchs Siegestor durch." Ganz früh morgens um vier habe er sich mit den Kameraleuten in der Großmarkthalle verabredet. Abends ging es dann für den 52-Jährigen ins Filmstudio.

Seinem Lebensmotto hat der Obststandl-Didi auch den Filmtitel zu verdanken: "S'Leben is a Freid" ist schon seit frühester Jugend sein Leitspruch gewesen. Die Schule habe er nicht so recht gemocht, erzählt er. Dumm sei er ja nie gewesen, nur hätte er damals andere Dinge im Kopf gehabt. Da fiel ihm - inspiriert von dem Lied "S'Leben ist wia a Traum" der Spider Murphy Gang - diese Lebensweisheit ein, die den Münchner bis heute begleitet.

Vanessa Fonth

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