"Wahrzeichen für die Kunst"

Vieles wird anders: das neue Lenbachhaus

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Das Lenbachhaus von außen (Archivfoto)

München - In der kommenden Woche bekommt die bayerische Landeshauptstadt nach jahrelanger und millionenschwerer Renovierung eines ihrer wichtigsten Museen zurück. Vieles wird anders im neuen Lenbachhaus.

Das Warten hat ein Ende: Am kommenden Mittwoch wird die Städtische Galerie im Münchner Lenbachhaus wieder eröffnet. Endlich können Kunstfreunde die weltberühmte „Blaue Reiter“-Sammlung dann wieder in ihrem angestammten Haus bewundern. Vier Jahre haben die 56 Millionen Euro teuren Renovierungsarbeiten gedauert - etwas länger als ursprünglich geplant.

Die Ende des 19. Jahrhunderts im toskanischen Stil erbaute gelbe Villa des Münchner Malers Franz von Lenbach (1836-1904), die mehrmals erweitert wurde, stand im Frühsommer 2009 vor der dringenden Sanierung. Sogar ein Fensterladen war schon heruntergestürzt.

Museumsdirektor Helmut Friedel sagte damals: „Das wird eine turbulente Zeit.“ Und die wurde es auch. Der „Blaue Reiter“ reiste um die Welt. Die Werke von Wassily Kandinsky, Franz Marc, Paul Klee und ihren Mitstreitern waren unter anderem in Den Haag, Wien und Japan zu sehen - dort ausgerechnet zur Zeit der Fukushima-Katastrophe. Nach Museumsangaben zogen Kandinsky-Werke aus München allein im Pariser Centre Pompidou 750 000 Besucher an. Für das New Yorker Guggenheim-Museum war die Schau mit rund 460 000 Besuchern die bislang erfolgreichste überhaupt.

Jetzt aber ist der „Blaue Reiter“ wieder da - in einem noch schöneren Zuhause. Die malerische Villa wurde erweitert um einen goldenen Kubus, auf dem in großen Lettern „LENBACHHAUS“ geschrieben steht, das Foyer ist großzügig und mit der spektakulären Installation „Wirbelwerk“ von Olafur Eliasson geschmückt.

Früher dienten die schmale, geschwungene Treppe vom Garten und das enge Foyer der Villa als Haupteingang. Doch damit konnten die Besucherströme kaum noch bewältigt werden. Als das Lenbachhaus Ende der 1920er Jahre zu einem Museum umgewandelt wurde, rechnete man noch mit wenigen tausend Besuchern pro Jahr. Vor der Schließung für die Generalsanierung waren es jährlich rund 200 000.

Zu verdanken hat München den Neubau dem britischen Stararchitekten Norman Foster, der spätestens seit dem Bau der spektakulären Berliner Reichstagskuppel als Spezialist für historische Gebäude gilt. Auch das British Museum in London und das Moskauer Puschkin-Museum wurden nach seinen Plänen überarbeitet. Für den neuen Anbau in München musste ein 1972 errichteter Erweiterungsbau des Lenbachhauses weichen. Im Kubus gibt es nun neben der großzügigen Eingangshalle einen Museumsshop und ein Restaurant.

Ein „Wahrzeichen“ soll es sein, das neue Lenbachhaus, sagte Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers - „ein Wahrzeichen für München und die Kunst in München“. Nach der großen Eröffnungsfeier am Dienstag, 7. Mai, soll das Haus einen Tag später wieder für das Publikum zugänglich sein.

Neben einer neuen Beleuchtung des „Blauen Reiters“ hat das Haus außerdem seinen Joseph-Beuys-Schwerpunkt ausgebaut. Mit „vor dem Aufbruch aus dem Lager I“ hat die Stadt mit Hilfe von Spendern für die Galerie im Lenbachhaus ein weiteres Hauptwerk von Beuys (1921-1986) gekauft. Dazu gibt es 17 Beuys-Skulpturen aus dem Besitz des Verlegers und Kunstsammlers Lothar Schirmer. Bereits 1979 wurde die Arbeit „zeige deine Wunde“ (1974/76) erworben. Im Kunstbau unter dem Königsplatz plant das Haus für Herbst eine große Gerhard-Richter-Ausstellung.

In Zukunft will sich das Haus auch stärker mit den Beziehungen der Künstler untereinander befassen. Für Anfang 2015 ist die Ausstellung „August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft“ geplant. Ende 2015 soll es um „Klee und Kandinsky“ gehen.

Wenn es soweit ist, wird Helmut Friedel nicht mehr Chef des Hauses sein. Nach 23 Jahren als Direktor geht er 2013 in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Matthias Mühling, der schon seit 2005 im Lenbachhaus arbeitet - als Sammlungsleiter und Kurator für internationale Gegenwartskunst. Kulturreferent Küppers sprach von einem „Generationenwechsel“ im Lenbachhaus.

dpa

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