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Viertel verwahrlost – Neuer Verein fordert

Weg mit den Schandflecken in der südlichen Maxvorstadt

München - Die Maxvorstadt bietet viel Sehenswertes, ist ein Besuchermagnet. Allerdings nicht überall. Die südliche Maxvorstadt gilt mitunter als problematisch.

Kunstareal, Königsplatz, Feldherrnhalle, Univiertel oder Siegestor: Die Maxvorstadt bietet viel Sehenswertes, ist ein Besuchermagnet. Allerdings nicht überall. Die südliche Maxvorstadt, vom Stiglmaierplatz über die Nymphenburger Straße, Wredestraße, Arnulfstraße bis hin zu Dachauer Straße, Alter Botanischer Garten und Brienner Straße gilt mitunter als problematisch: Drogen, Alkohol, Spielhallen, Straftaten, Schutz, kaum Grün! Das soll sich jetzt ändern.

Im Süden des Bahnhofes ist das Bild nicht viel anders. Dort hat sich bereits 2010 ein Verein gegründet, um das Viertel attraktiver zu gestalten. Jetzt zieht der Norden nach!

Am Samstag werden die Maxvorstädter Valentin Auer und Rita Modl um 11 Uhr im Gabriel Filmtheater, Dachauer Straße 16, den Verein „Südliche Maxvorstadt“ gründen. Ziel ist es, diesen Bereich als echtes Eingangstor zum Kunstareal Maxvorstadt einladend zu gestalten. Grüner und sicherer – einfach schöner soll es werden! „Es geht darum, dass man sich wohlfühlt“, sagen Modl und Auer.

Um das Projekt möglichst breit aufzustellen, sind die beiden durchs Viertel gelaufen, haben Handzettel verteilt. Und es gab zahlreiche Gespräche, unter anderem mit den Einzelhändlern, aber auch mit sozialen Einrichtungen wie der Caritas und der Obdachlosenhilfe. Denn es geht nicht darum, Leute auszusperren, weil sie nicht ins Gesamtbild passen. Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass es Ecken gibt, die man lieber meidet. Diese Schandflecken sollen jetzt weg! Die tz war mit Rita Modl und Valentin Auer in der Maxvorstadt unterwegs und hat sich die weniger schönen Seiten zeigen lassen.

Spielhallen: Glücksspiel ist rund um den Bahnhof ein Problem, das kennt man auch im Süden! Die Bezirksausschüsse Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt kämpfen schon seit Jahren darum, die Flut an Spielhallen einzudämmen. Allein in der Maxvorstadt gibt es 28.

Leerstand: An der Dachauer Straße hat im Mai der Netto seine Pforten geschlossen. Seither ist nix passiert. Es hatte immer wieder Beschwerden der Anwohner gegeben, dass vor dem Markt gefeiert und getrunken wurde. Der Discounter fehlt jetzt, es werden wohl Büros einziehen.

Viele Polizeieinsätze: Drogen, Pöbeleien, Schlägereien: Es gibt eine Vielzahl an Polizeieinsätzen rund um den Bahnhof. Zudem schlafen, essen und trinken Obdachlose im Alten Botanischen Garten. Daher haben Auer und Modl das Gespräch mit der Caritas gesucht. „Es geht darum, Lösungen zu finden.“ Die Caritas wird am Samstag zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählen.

Müll und Schmutz:Gerade der Alte Botanische Garten hätte viel mehr Potenzial für kulturelle Veranstaltungen. „Da ist mehr drin“, sagt Auer. Doch: Der Park wird vielfach von Gruppen genutzt, um sich zu betrinken. Allein traue man sich da abends nicht durch. Außerdem sieht es am nächsten Morgen entsprechend aus.

Zu wenig Grünflächen: Insgesamt fehlt es Rita Modl und Valentin Auer an grünen Punkten. Die Karlstraße etwa könnte deutlich mehr Bäume vertragen. Aber auch der Eingang zum Viertel („Der Ring“ am Charles-Hotel) ist wenig einladend: Es stehen seit Wochen noch Bauzäune, die wegen des Flüchtlings-Ansturms aufgestellt worden waren.

Sascha Karowski

Rubriklistenbild: © Oliver Bodmer

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