Streit um Lärmpegel

Zu laut? Richterin schaut sich Josephsplatz an

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Montag Vormittag sah sich die Gerichtskammer die Nachbarschaft am Josephsplatz an.

München - Kann man den Anwohnern am Josephsplatz eine Tiefgarage zumuten? Und wie laut darf sie sein? Zu dieser Frage tagte am Montag das Münchner Verwaltungsgericht.

Die Baugrube am Josephsplatz ist inzwischen 15 Meter tief.

Mittags noch nahm die vorsitzende Richterin Marion Pauli-Gerz das Quartier in der Maxvorstadt in Augenschein, am Nachmittag diskutierte sie anschließend den Lärmpegel. Maximal 55 Dezibel sind tagsüber für den Betrieb der Tiefgarage (geplant sind 265 Stellplätze) erlaubt, in der Nacht sind es 44 Dezibel. Die Anwohner argumentieren: Am Josephsplatz wird es durch die zahlreichen Ein- und Ausfahrten deutlich lauter werden. Das sieht Stefan Reinhold von der P+R Park & Ride GmbH aber anders: Er betreibt fünf weitere Tiefgaragen in München – unter anderem in der Kellerstraße (310 Stellplätze) und der Donnersberger Straße (284 Stellplätze) – und berechnet pro Auto einen Wert von maximal 0,09. So entstünden am Josephsplatz also nur rund 24 Dezibel durch die Parkbewegungen – und der Betrieb wäre rechtens.

Um die genauen Berechungen streiten die Parteien vor Gericht – dabei geht es auch um die Aktualität einer Parkplatzlärmstudie, die als Grundlage zur Berechung herangezogen wird. Der Bau ist indes schon vorangeschritten. 15 Meter tief haben Bauarbeiter die Grube am Josephsplatz ausgehoben – hier protestierten vor einem Jahr noch Baumbesetzer, bevor die Stadt sie vom Platz verwies.

Viereinhalb Stockwerke tief soll die Garage gebaut werden. Das Gericht will nun ein neues Gutachten erstellen lassen, das den Lärmpegel berechnet.  

Andreas Thieme

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