Tod bei McDonald's: Lange Haft für Schläger

München - Tod wegen Rauflust: Bei einer heftigen Schlägerei mitten in der Münchner Innenstadt wird ein Mann so schwer verletzt, dass er später stirbt. Knapp ein Jahr nach der Tat wird der Angreifer verurteilt.

Für den Tod von Giacomo A. im McDonald’s am Stachus ist David M. (25) zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Schwurgericht sprach ihn der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig, blieb aber um zweieinhalb Jahre unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Mann stirbt nach Schlägerei im McDonald's

Täter und Opfer waren in der Nacht zum 30. Juli 2011 in Streit geraten. Es kam zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf Giacomo A. „unabsichtlich“ den Burger des Angeklagten zu Boden warf. M. gab ihm eine Ohrfeige, A. blieb ruhig. Der Angeklagte forderte Ersatz des Burgers und wurde nun von dem späteren Opfer nach draußen gebeten. David M. verstand das als „Kampfansage“. Der nur 1,66 Meter große und 58 Kilo leichte Angeklagte „hatte erkannt, dass er körperlich unterlegen war, er wollte aber unbedingt die Oberhand behalten“, so Richter Michael Höhne. Deshalb habe er den Kaufmann von hinten so heftig gestoßen, dass A. sich gerade noch an der Wand abstützen konnte. Nun habe der Angreifer ihm „in der Art eines Kampfsportlers“ mindestens drei wuchtige Fausthiebe ins Gesicht versetzt und ihm das Knie in die Rippen gerammt. Das Opfer „rechnete nicht mit einem Angriff und war zu keiner Abwehr in der Lage“, sagte Höhne. „Er ging benommen zu Boden und verlor das Bewusstsein.“ Der Angeklagte tobte weiter, bis ihn ein Zeuge anfuhr: „Halt die Fresse! Er ist tot!“ A. hatte eine tödliche Blutung erlitten.

Der Angeklagte hatte den Ablauf zwar eingeräumt, aber behauptet, sein Opfer habe die Schläge heraufbeschworen. Sämtliche Zeugen schilderten A. jedoch als ruhig und nicht aggressiv. Dass ein solcher Angriff „zum Tod führen kann und auch schon oft geführt hat“, stehe außer Frage. Diese „allgemeine Vorhersehbarkeit“ der möglichen Folgen genüge für die Feststellung der Körperverletzung mit Todesfolge. Strafmildernd berücksichtigte das Gericht die Reue des Angeklagten und seine Entschuldigung bei Mutter, Bruder und Freundin des Toten. Die Freundin und damalige Begleiterin des Opfers konnte infolge ihrer Traumatisierung nicht einmal mehr aufstehen und erlitt dadurch eine Thrombose. Sie und die Angehörigen stünden durch ihren Verlust vor einem „unabänderlichen Lebenslänglich“.

Sarah List

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