Ehefrau fordert sechs Millionen Euro

Mega-Klage nach Gondel-Drama um Münchner

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War Professor in München: Joachim V. († 50)

München - Die Familie des getöteten Münchner Jura-Professors Joachim V. (50) verlangt laut Medienberichten fast sechs Millionen Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Italienische Zeitungen nennen es eine „Mega-Forderung“ nach dem Gondel-Drama von Venedig: Die Familie des getöteten Münchner Jura-Professors Joachim V. (50) verlangt laut Medienberichten fast sechs Millionen Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld. Der Corriere del Veneto berichtet: „Das hat den Anwälten der Beschuldigten die Sprache verschlagen.“

Es geschah an einem verdammten Tag an einer verdammten Stelle: Am 17. August 2013 ließen sich Joachim und seine Frau Gundula V., ebenfalls promovierte Juristin und Richterin, zusammen mit ihren beiden Buben und dem kleinen Mädchen in der Gondel unter der Rialto-Brücke durchfahren. Sich dort zu küssen, heißt es, bringt Verliebten ein Leben lang Glück. Der Professor kam nur wenige Sekunden später zu Tode.

Nach der Rekonstruktion von Staatsanwalt Roberto Terzo und Gutachtern wurde der Familie eine verdammte Kettenreaktion zum Verhängnis: Ein ganz anderer Gondoliere – Daniele F. (43) – sei mit seinem Gefährt aus einem Seitenkanal auf den Canal Grande gekommen. Wasserbus-Pilot Riccardo D. (38) habe nicht gebremst, sondern die Gondel umkurvt. Darum habe der entgegenkommende Wasserbus-Fahrer Emanuele V. (48) ausweichen müssen – und die Gondel der Familie V. erwischt. Der Professor wurde tödlich verletzt, das Mädchen überlebte mit schweren Verletzungen. Der Staatsanwalt will die drei Beteiligten sowie einen weiteren Wasserbus-Fahrer und einen Wassertaxi-Fahrer der fahrlässigen Tötung anklagen. Mit deren Versicherungen verhandeln die Anwälte der Familie V. bereits – bislang geht es laut Zeitungsberichten um rund drei Millionen Euro. Die nächste Anhörung vor Gericht soll am 14. Januar sein.

Der Gondoliere der Familie V., Stefano P. (27), wurde nach dem Unfall zwar positiv auf Kokain getestet – aber von den Ermittlern entlastet. Sein Anwalt sieht ihn darum auch als Opfer – und will ebenfalls Schmerzensgeld einklagen.

dac

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