Ringen um die West-Tangente

Für Mega-Tram sollen zwei Autospuren weg

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Die Trasse der Westtangente: Eingezeichnet sind nur die wichtigsten Haltestellen

München - Die Entscheidung über die neue Mega-Tram im Westen wurde vertagt. Viele finden das Projekt unverzichtbar, die CSU stemmt sich weiter dagegen. Und: Es würden zwei Autospuren wegfallen.

Tief im Westen, wo die Fürstenrieder Straße verstaubt, soll einmal eine neue Mega-Tram gebaut werden – auch damit die Autofahrer auf den Nahverkehr umsteigen. Doch nach jahrzehntelangen Diskussionen, Entwürfen, Vorplanungen und Planungen kommen die Züge nicht vom Fleck. Am Mittwoch vertagte der Stadtrat das nach der Stammstrecke zweitgrößte Nahverkehrsprojekt wieder.

Neun Kilometer lang soll die West-Tangente einmal fünf Stadtviertel verbinden. 60 000 Menschen wohnen dort, tausende Pendler dürften die Anschlüsse an drei U-Bahnen, S-Bahn mit zweiter Stammstrecke, fünf Tramlinien und einigen Buslinien nutzen. Die Zahl der Passagiere soll nach Schätzungen von derzeit 14 500 im Bus 51 auf 22 500 in der neuen Tram steigen. Die Trasse braucht Platz – zwei Autospuren fallen weg.

Die Diskussionen gehen weiter: Die CSU stemmt sich gegen die Tram entwirft derzeit einen Fragekatalog etwa zur Finanzierung der geschätzten 75 Millionen Euro und der Auswirkung auf Autos. Dagegen machen sich die Grünen für eine zusätzliche Haltestelle in Nymphenburg stark. Und die SPD hat noch Beratungsbedarf.

Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste kann die Trasse kaum erwarten: „Sie ist unverzichtbar!“ Ein Baubeginn ist jedoch nicht absehbar: Die Trasse führt in Laim durch eine Röhre unter der S-Bahn durch. Die aber ist Teil der Genehmigung der zweiten Stammstrecke – und die steht aus.

David Costanzo

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