Serienstraftäter aus München

Mehmet will nach Deutschland in den Knast

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Mehmet alias Muhlis Ari im Jahr 2012. Ein Team von RTL hatte ihn damals in der Türkei aufgespürt.  

München - Der abgeschobene Serienstraftäter Muhlis Ari (30) alias Mehmet will nach Deutschland in den Knast. Der gebürtige Münchner will dort für seine Taten büßen. Oder will er nur dem Knast in der Türkei entgehen?

Unter dem Pseudonym Mehmet erlangte der Münchner Muhlis Ari (30) bundesweit traurige Berühmtheit: Der Intensivtäter (über 100 Delikte) wurde mit 14 Jahren in die Türkei abgeschoben. Die Abschiebung Ende 1998 sorgte in ganz Deutschland für Aufsehen. "Darf man ein Kind abschieben?", fragten die einen. "Der Intensivtäter ist Türke und soll daher zurück in seine Heimat!", forderten die anderen.

Bereits mit zehn Jahren beging der im Juni 1984 in München geborene Mehmet seine ersten Straftaten. Bald war er vor allem wegen extrem brutaler Schlägereien amtsbekannt. Als er 14 Jahre und damit strafmündig wurde, hatte er schon über 100 Straftaten - darunter Diebstahl, Raub, gefährliche Körperverletzung und Erpressung - auf dem Kerbholz. Die deutsche Justiz verordnete Mehmet mehrere Therapien und gewährte ihm einen Sozialpädagogen. Aber der Erfolg blieb aus. Der junge Türke wurde immer wieder straffällig. Am 16. November 1998 schmiss Deutschland ihn schließlich raus: Auf Veranlassung der Stadt München, die seine Aufenthaltserlaubnis nicht verlängert hatte, wurde Mehmet ohne seine Eltern in die Türkei abgeschoben. Selbst als seine Ausweisungsverfügung schon feststand, hatte er schon wieder einen Schüler krankenhausreif geschlagen und ausgeraubt.

Im Jahr 2002 erstritt Muhlis Ari sich vor Gericht die Rückkehr nach Deutschland. Doch bald schon fiel er wieder extrem negativ auf. Im Juni 2005 wurde er zu 18 Monaten Knast verurteilt, weil er seine Eltern um Geld erpresst, verprügelt und bedroht hatte. Daraufhin flüchtete Mehmet in die Türkei. Weil er gegen eine Ausweisungsverfügung keine Rechtsmittel einlegte, darf er bis heute nicht nach Deutschland einreisen.

Nun betont er gegenüber der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe), dass er für seine Taten büßen will. "Ich will nach Deutschland in den Knast", sagt er dem Blatt. "Ich habe beschlossen, endgültig reinen Tisch zu machen. Ich will nicht mehr weglaufen, meine Eltern sind informiert."

Woher kommt dieser Sinneswandel bei Mehmet? Hat er vielleicht Angst, in einen türkischen Knast zu kommen? Das Problem hat er offenbar. In der Türkei liefert Muhlis Ari sich nach Informationen der "Bild"-Zeitung einen Kampf mit der Justiz. Er soll dort den Münchner Rouven A. (64) überfallen, ihm Uhr und Kette geraubt haben. Dafür verurteilte ihn ein türkisches Gericht zu elfeinhalb Jahren Haft.

Dagegen legte Mehmet laut "Bild" Berufung ein. Sein Anwalt Burkhard Benecken (39) sagt dem Blatt: "Rouven A. ist wegen Betrugs vorbestraft, sitzt derzeit wegen eines Verkehrsdelikts ein. Das macht ihn für das kommende Verfahren unglaubwürdig."

Erst wenn das türkische Gericht Mehmet von den Vorwürfen freigesprochen hat, dürfte er überhaupt nach Deutschland ausreisen. Um dort dann seine Haft anzutreten? Er verkündet via "Bild": "Mein Anwalt wird mich dann zur deutschen Polizei begleiten und ich werde meine Strafe absitzen."

fro

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