"Berichte einseitig und überspitzt"

Mehmet: "War nie ein Serienkiller"

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Muhlis A., alias Mehmet, will zurück nach Deutschland (Archivbild).

München - Muhlis A., alias Mehmet, möchte zurück nach Deutschland. Er bereue seine Taten, sagt er jetzt in einem Interview. Er will sich bei seinen Opfern entschuldigen.

Mit Hilfe eines Anwalts will Mehmet erzwingen, wieder nach München zurückkehren zu dürfen. Dieses Vorhaben wird vor allem von der CSU strikt abgelehnt. Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Uhl, der als damaliger Münchenr Kreisverwaltungsreferent Mehmet und seinen Eltern den Ausweisungsbescheid zugestellt hatte, ist der Meinung, dass Mehmet ein Mensch sei, "der das Recht verwirkt hat, in Deutschland zu sein". 

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Mehmet jetzt, dass er viele Berichte in den Medien über sich für zu überspitzt halte. Man könne ihm doch nicht die ganzen Verfehlungen vorhalten, als er noch nicht strafmündig gewesen sei. Auch mit seinen Eltern, die er damals verprügelt haben soll, habe er sich längst versöhnt.

"Habe positive Entwicklung hinter mir"

Mehmet gibt in dem Interview ebenfalls an, dass er sich geändert habe. "Ich habe in der Türkei bewiesen, dass ich eine positive Entwicklung hinter mir habe. Man muss sich nur meinen beruflichen Werdegang als Unternehmer anschauen", sagt er der SZ. Die Haltung des bayerischen Innenministers kann Mehmet nicht verstehen. "Ich war nie ein Mörder oder ein Serienkiller, so wie ich dargestellt wurde", sagt er. Doch allein bis zu seinem 14. Geburtstag hatte er rund 60 Gewalttaten - u.a. Körperverletzung, Raub, Diebstahl, Erpressung - verübt.

Muhlis A. will Jugendlichen helfen

Für seinen geplanten Neustart in München, hat der 28-Jährige auch schon eine Idee. Er will Jugendlichen helfen, die auf die schiefe Bahn geraten sind. "Ich habe Kriminalität hautnah erlebt, deshalb glaube ich, dass ich manche Jugendliche besser erreichen kann als ein Psychloge", gibt sich der Straftäter selbstbewusst gegenüber der SZ. "Selbstverständlich" würde er sich dann auch bei seinen Opfern entschuldigen. 

Doch bisher habe sich niemand gemeldet, der mit ihm in dieser Art und Weise zusammen arbeiten will. "Aber ich bin bereit, das Jugendamt oder andere Einrichtungen zu unterstützen", bietet er an.

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Sollte seinem Antrag statt gegeben werden, als Tourist nach Deutschland zurück zu kehren, möchte er vor allem als erstes seine Verwandten und Freunde sehen. "Aber das sind nicht die Kriminellen, mit denen ich früher unterwegs war. Mit denen habe ich keinen Kontakt mehr."

Doch auf die Frage, ob er bereit sei, für eine zweite Chance seine Reststrafe abzusitzen, reagiert Mehmet verhalten. "Ich warte erstmal ab, wie die Staatsanwaltschaft entscheidet. Alles andere entscheide ich, wenn es soweit ist."

60 Straftaten vor 14. Geburtstag

Der Fall des in München geborenen Türken Mehmet hatte auch international Aufsehen erregt. Vor seinem 14. Geburtstag hatte er mehr als 60 Straftaten verübt. Nach einer weiteren Tat im strafmündigen Alter war er 1998 zu einem Jahr Jugendstrafe verurteilt und in die Türkei abgeschoben worden. Das Bundesverfassungsgericht erklärte die Abschiebung 2002 für rechtswidrig.

Nach Mehmets Rückkehr wurde die Jugendstrafe zur Bewährung ausgesetzt. Er wurde aber erneut straffällig. 2005 verurteilte das Jugendgericht in München den damals fast 21-Jährigen wegen Angriffen auf seine Eltern und Betrugs zu 18 Monaten Haft.

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