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1.000 Parkplätze weg! München will mehr Platz für Car-Sharing schaffen

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Von: Sascha Karowski

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Carsharing
Vor allem in den großen Städten greifen immer mehr Menschen auf Carsharing-Angebote zurück. © Gerald Matzka

München baut das Sharing-System aus: Bis 2026 soll es bis zu 200 Mobilpunkte in der Stadt geben. Außerdem sollen bis zu 1000 Parkplätze für Car-Sharing-Systeme gestrichen werden.

München - München will rund 1000 weitere Parkplätze streichen und durch Plätze für Car-Sharing ersetzen. Überdies soll es in der Stadt bis zum Jahr 2026 bis zu 200 Mobilitätstationen für Car-Sharing oder Leihrad-Systeme geben. Dafür sind 15 Millionen Euro eingeplant. Der Mobilitätsausschuss hat dem am Donnerstag grundsätzlich zugestimmt. Entscheiden muss aber das Plenum am kommenden Mittwoch.

München: Bislang gibt es lediglich 17 Mobilitätsstationen in der Stadt

München war einst Vorreiter in Sachen Mobilitätsstationen. An der Münchner Freiheit wurde im November 2014 die erste als Pilotprojekt in der Landeshauptstadt eröffnet. Seitdem sind 16 weitere hinzu gekommen. „Hamburg hat mittlerweile 80, Bremen 45“, sagt SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl. „Andere Städte haben starke Sprünge gemacht.“ Daher sei der Schritt nun richtig. „Auch wenn es einen Aufschrei gibt, weil wir 1000 Parkplätze umwandeln.“

In Bremen gab es 2003 die erste Mobilitätsstation in Deutschland. In der Hansestadt würden laut Gradl mittlerweile 15 private Fahrzeuge durch eine Station mit Car-Sharing ersetzt. „Wenn wir diese Quote auch in München erreichen, erhöht das auch die Chancen für Anwohner, einen Parkplatz zu finden.“

Mobilitätsstationen in München sollen mindestens zwei neue Angebote schaffen

Die neuen Mobilitätsstationen sollen nahe bestehender ÖPNV-Haltestellen entstehen und mindestens zwei dieser Optionen bieten: Car-Sharing, Bike-Sharing, Elektroladesäulen, Abstellbügel für private Fahrräder oder Fahrradreparaturstationen. Der flächendeckende Ausbau von Car-Sharing und das Streichen von 1000 Parkplätzen soll mit Bürgern und Bezirksausschüssen abgestimmt werden. Ferner möchte der Stadtrat das Fahrradleihsystem MVG Rad weiterentwickeln und das Abstellen von Tretrollern verbessern. Denkbar sind Abstellflächen oder Abstellverbotszonen sowie eine Meldeplattform für problematisch abgestellte Scooter.

„Mit der massiven Ausweitung der Sharing-Angebote erleichtern wir allen klimafreundliche Mobilität ohne das eigene Auto“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. Der Ausbau des Car-Sharing-Angebots sei ein wichtiger Baustein und ein großer Schritt für die Verkehrswende in München. „Das spart den Leuten Geld und verbessert ihre Mobilitätschancen. Erfahrungsgemäß geht nämlich mit Car-Sharing weniger, weil nur wirklich notwendiger, Autoverkehr einher und eine häufigere Nutzung stadt- und klimafreundlicher Alternativen.“

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