Gefährlicher Trend Psycho-Substanzen

Mehr Rauschgift-Tote: Vorsicht bei Drogen aus dem Netz!

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Hubert Halemba zeigt sichergestellte Ecstasy-Pillen. Oben links: Packungen sogenannter „Legal Highs“.

München - Schon wieder hat die Polizei Rauschgifttote in München gefunden. Die Zahl steigt immer weiter. Die Beamten nennen Gründe und warnen eindringlich.

In einer Wohnung Am Hart hat man am Montag den 61. Münchner Drogentoten dieses Jahres gefunden – es war ein junger Mann, erst 23 Jahre. Seine Freundin (21) – selbst schwer auf Droge – hatte nicht bemerkt, dass ihr Lebensgefährte tot auf dem Bett lag. Eine trostlose Leidensgeschichte, die leider nicht mehr selten ist: Seit zwei Jahren steigen die Zahlen der Drogentoten in München. Hubert Halemba, Vizechef des Rauschgiftdezernats, hat dafür zwei logische Erklärungen – und eine dritte, sehr beunruhigende.

Seit dem Jahr 2015 steigen die Zahlen der Drogentoten wieder an. Und mit ihr auch der Altersdurchschnitt von 35 auf 39 Jahre: „Da stirbt leider eine Generation von Langzeit-Abhängigen, deren Körper jetzt am Ende sind.“ Eine zweite Ursache sieht Halemba in dem Trend, alle Drogen gleichzeitig zu konsumieren: „Da gibt es Polytoxikomanen, die Heroin, schwerste Medikamente und Morphine gleichzeitig nehmen und darauf eine Kiste Bier trinken. Das kann nicht lange gut gehen.“

Die dritte Ursache macht den Fachleuten große Sorgen: NPS steht für „Neue Psychoaktive Substanzen“. Dahinter verbergen sich immer neue Rauschmittel, die zum Teil von der Drogen-Gesetzgebung noch nicht erfasst sind. Scheinbar harmlose, lustig klingende Designer-Drogen („Legal Highs“) wie Badesalz, Düngerpillen und Kräutermischungen wie Spice. Sie stammen aus Billig-Laboren, die Inhaltsstoffe kennt niemand. Die Wirkung reicht von harmlos bishin zu lebensgefährlichen Reaktionen wie Herzstillstand. „Sie stellen damit ein unkalkulierbares Risiko dar“, meint Halemba. Im Internet hat sich dafür ein blühender Drogenmarkt entwickelt, auf den die Polizei kaum noch einen Zugriff hat, weil die Drogen per Post kommen. Das ist die Erklärung, „warum manches Opfer vorher noch nie wegen Drogendelikten auffiel“.

In München bekommen Junkies kostenlos Spritzen. Früher waren das fast ausnahmslos 5-ml-Spritzen für den Heroinkonsum. Mittlerweile steigt stetig die Nachfrage nach den kleinen 0,2-ml-Spritzchen – für den NPS-Konsum …

Dorita Plange, Volker Pfau

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