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Mehr Sicherheit in der U-Bahn: CSU geht’s zu langsam voran

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Die Sicherheit in den U-Bahnen soll sich durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket verbessern. Doch der CSU geht's zu langsam.
Die Sicherheit in den U-Bahnen soll sich durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket verbessern. Doch der CSU geht's zu langsam. © Marcus Schlaf

Die Serie der schweren Straftaten in der Münchner U-Bahn reißt nicht ab. Umfangreiche Maßnahmen sind beschlossen, doch der CSU geht die Umsetzung zu langsam.

Zuletzt wurde Anfang Oktober der 43-jährge Josef K. im U-Bahnhof Giselastraße von einem Schläger krankenhausreif geschlagen. Nach der Prügelattacke auf den Rentner Bruno N. im U-Bahnhof Arabellapark im Dezember 2007 hatten Oberbürgermeister Christian Ude sowie die MVG ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Sicherheit beschlossen. Doch die Umsetzung verläuft schleppend, findet die CSU-Fraktion im Rathaus. Sie will jetzt mit Anträgen Druck machen.

Am 15. Januar hatte Ude nach einem „Sicherheitsgipfel“ im Rathaus versprochen, dass der „Serienumbau“ aller U-Bahnwagen und Trambahnen mit Videokameras „noch im Jahre 2008 beginnen soll und bis 2010 zu beenden“ sei. Auch der „Ausbau der stationären Sprechstellen und deren Videoüberwachung insbesondere im Bereich der Sperrengeschosse“ war vorgesehen. 31 Busse sollten schon „in den nächsten Monaten“ mit Kameras ausgerüstet werden.

Im Juni hatte die Rathaus-CSU per Anfrage wissen wollen, wie es mit der Umsetzung des Maßnahmenpaketes aussieht. Jetzt liegt die Antwort aus dem Kreisverwaltungsreferat vor. Darin steht unter anderem, dass von den derzeit 570 U-Bahnwaggons gerade mal vier mit Überwachungskameras ausgerüstet wurden.

Von den 90 Trambahnzügen wurden bislang zwei mit Kameras ausgestattet. Immerhin: Bei den Bussen verfügen bereits 29 Fahrzeuge über Video-Ausrüstung. Die Bilder der Überwachungskameras werden allerdings nur in den Zügen und Bussen gespeichert – Polizei, U-Bahnwache und die Leitzentralen können sich nicht live in die Züge oder Busse schalten.

Das geht derzeit nur bei den Kameras in den U-Bahnhöfen. Von 800 Videoaugen sind 675 live in das MVG-Betriebszentrum geschaltet. Die restlichen sollen nach und nach in das System eingebunden werden.

„Die Verbesserung der Sicherheit verläuft mir viel zu schleppend – schon wieder kam es in der Vergangenheit zu massiven Übergriffen auf Fahrgäste der MVG“, kritisiert der CSU-Rathausfraktionschef Josef Schmid. Und weiter: „Der Oberbürgermeister und die MVG müssen jetzt endlich entschlossen handeln, damit die Münchnerinnen und Münchner bestmöglich vor Gewalttaten geschützt sind.“

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Mit seinem Stadtratskollegen Michael Kuffer fordert Schmid die „unverzügliche Umsetzung der vom OB und der MVG angekündigten Sicherheitsmaßnahmen.“ Die MVG solle monatlich darüber Bericht erstatten, endlich Mobilfunk-Verträge für den U-Bahnbereich abschließen und außerdem Kriminalitäts- und Gefährdungsschwerpunkte ermitteln. Kuffer: „Wir halten an einer Videoüberwachung, bei der Bilder in Echtzeit an eine Leitstelle übertragen werden, für das zeitnahe Einschreiten von Sicherheitskräften fest.“

Die MVG weist die Kritik der CSU-Rathausfraktion zurück. Laut ihrem Sprecher Christian Miehling sei man mit der Umsetzung der Maßnahmen aus Udes Sicherheitsgipfel im Zeitplan. Zum Punkt „Handyempfang in den U-Bahnen“ erklärte er: „Die Vertragsverhandlungen mit den Mobilfunkbetreibern stehen kurz vor dem Abschluss. Die technischen Vorbereitungen seitens SWM/MVG und der Mobilfunkbetreiber sind ebenfalls im Zeitplan.“

Quelle: tz

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