Was dafür spricht

Mehr Unterflurcontainer: Der Müll soll unter die Erde

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Hier scheppert es unterirdisch: Ein Mann entsorgt Altglas an der Kopenhagenstraße in der Messestadt Riem.

Die Stadt will den Müll privater Haushalte unter die Erde verbannen. Zum Jahreswechsel soll der Abfallwirtschaftsbetrieb vermehrt Unterflurcontainer aufstellen. Das gilt zunächst einmal für Neubauvorhaben. Der CSU ist das zu wenig.

München - Sie sind groß, grau, blau oder braun – und nehmen Platz weg. Münchens Müll wird in den klassischen Tonnen für Altpapier, Restmüll und Bioabfälle entsorgt. Diese werden dann vom Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) entleert. Zeitgemäß scheint das dem Unternehmen nicht mehr. In mehreren Großstädten wie in Hamburg oder Berlin kommen bereits seit Jahren Unterflurbehälter zum Einsatz. Auch in München gibt es das System schon vereinzelt, etwa an der Kopenhagenstraße in Riem. Allerdings werden dort Wertstoffe entsorgt, keine Privatabfälle. Im europäischen Ausland, etwa in den Benelux-Ländern oder in Skandinavien, sind Unterflursammler seit vielen Jahren etabliert.

Laut Vorlage verspricht sich der AWM von dem System unter anderem eine optische Aufwertung des Wohnumfeldes. „Platzsparend, unsichtbar und geruchsarm“, schreibt die Verwaltung. Oberirdisch ist lediglich die etwa ein Meter hohe Einwurfsäule zu sehen. So sei es beispielsweise auch Rollstuhlfahrern leichter möglich, ihren Müll zu entsorgen.

Es kommt noch ein weiteres Argument hinzu: das Fassungsvermögen. Laut AWM kann ein einziger Unterflurbehälter 4,5 Kubikmeter Abfall aufnehmen. Damit würde ein einziger Behälter mehr als vier oberirdische Container ersetzen, die jeweils nur 1,1 Kubikmeter Volumen haben. Nachteile sind unter anderem der Mehraufwand, die mangelnde Flexibilität und die Kosten. Denn für die Unterflurcontainer müssen Gruben ausgehoben und betoniert werden. Die sind fest installiert und können nicht mehr verschoben werden. Und je nach künftiger Anzahl der Unterflurcontainer wird der AWM weitere Fahrzeuge mit speziellen Greifarmen anschaffen müssen. Einer befindet sich bereits in seinem Besitz, dient aber nur zur Leerung der kommunalen Altkleidercontainer. Weiter ist zu beachten, dass es zunächst um Systeme auf privatem Grund geht. Daher soll die Verwaltung bei neuen Bebauungsplänen zumindest die Möglichkeit dafür einräumen. Das letzte Wort hat der Bauherr.

Die CSU begrüßt das Vorgehen. Fraktions-Vize Kristina Frank: „Unterflurcontainer sind viel praktischer als herkömmliche Wertstoffinseln: keine Gerüche, weniger Platzverbrauch, schönerer Anblick.“ Die CSU fordere deshalb die generelle Planung in Neubaugebieten und an geeigneten Stellen in der Altstadt. Auch bei größeren Hausgemeinschaften sollten Unterflur-Systeme zum Münchner Standard werden. „Die oberirdischen Flächen können anderweitig genutzt werden. Ein wertvoller Beitrag zur besseren Nutzung des Baurechts.“

Die SPD sieht noch Beratungsbedarf. Sprecherin Ulrike Boesser: „Weil auch Kompetenzen des Planungsreferats berührt sind, wollten wir uns noch mal austauschen.“

Von Sascha Karowski

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