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Mit Melissengeist in die Kurve

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Markt Schwaben - Gerlinde K. leidet an Angstzuständen. „So schlimm, dass ich zum Teil gar nicht mehr aus dem Haus komme“, klagte sie vor Gericht. Um sich zu beruhigen, griff sie zu Hochprozentigem: Klosterfrau Melissengeist. „Damit das Herzrasen endlich aufhört“, beteuerte sie.

Dann stieg sie in ihr Auto, nahm in einer Rechtskurve einen Pkw mit und kollidierte an der nächsten Straßenecke erneut mit einem Kleinwagen. An einem schönen Apriltag dieses Jahres, mitten in Markt Schwaben.

„Ausgestiegen bin ich nach den Unfällen nicht“, gab sie gleich zu. Fahrlässige Trunkenheit am Steuer sowie zweimaliges Entfernen vom Unfallort, lauteten die Vorwürfe, denen sich die 44-Jährige vor dem Ebersberger Amtsgericht stellen musste.

Der erste Zusammenstoß: Beim Rechtsabbiegen kam Gerlinde K. auf die Gegenfahrspur und kollidierte mit einem Pkw.

Dabei entstand ein Schaden von 500 Euro. Obwohl die Markt Schwabenerin den Unfall sehr wohl bemerkt hatte, sei der Schock so groß gewesen, dass die prompt weiter fuhr.

„Das ist jetzt der fünfte Spiegel“, schoss es ihr kurz nach der ersten Tat durch den Kopf. Und sie fürchtete die Vorwürfe ihres Mannes.

Daraufhin war sie so durcheinander, dass sie bei der nächsten Rechtsbiegung erneut einen Unfall verursachte.

Tatfördernd wirkten dabei sicherlich die 2,09 Promille, die der Melissengeist in ihr Blut gehaucht hatte. Der Schaden beträgt 250 Euro.

Bestraft wurde Gerlinde K. mit 90 Tagessätzen à 15 Euro. Außerdem muss sie für 10 Monate ihren Führerschein abgeben. „Es tut mir leid, es wird nie wieder vorkommen“, schwor sie auf der Anklagebank.

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