Menschenkette gegen Atomkraft in München

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Atomkraftgegner demonstrieren in Lingen gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Am Samstag soll es auch in München eine Menschenkette geben.

München - Mit einer kilometerlangen Menschenkette wollen Atomkraftgegner an diesem Samstag in München gegen die Atompolitik der Bundesregierung protestieren.

Bis zu 15.000 Teilnehmer werden nach Angaben der Initiatoren zu dem Protest gegen verlängerte Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke erwartet. Aufgerufen zu der Aktion hat ein breites Bündnis aus Oppositionsparteien und Bürgerinitiativen. “Wir wollen ein Zeichen setzen. Die Leute machen den Kurs von Schwarz-Gelb nicht mehr mit. Ihre Forderung ist eindeutig: Atomkraftwerke abschalten“, sagte die Generalsekretärin der bayerischen SPD, Natascha Kohnen, der Nachrichtenagentur dpa.

Nach dem Willen von Union und FDP sollen die deutschen Atomkraftwerke durchschnittlich zwölf Jahre länger als ursprünglich vorgesehen am Netz bleiben. Von der Verlängerung sind auch fünf bayerische Atomkraftwerke betroffen - darunter der besonders umstrittene Meiler Isar 1, der bereits seit 1977 am Netz ist. “Union und FDP haben sich mit ihrem rückwärts gewandten Atomkurs völlig verrannt und setzen leichtfertig unsere Sicherheit aufs Spiel“, sagte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag, Margarete Bause, laut Mitteilung. “Deshalb ist es jetzt höchste Zeit, ein deutliches Zeichen gegen die schwarz-gelben Atompläne zu setzen.“

Die Demonstranten wollen sich in München zunächst an drei verschiedenen Orten in der Innenstadt versammeln. Treffpunkte sind Königsplatz, Prinzregentenplatz und Staatskanzlei. Für rund fünf Minuten soll die zehn Kilometer lange Menschenkette am Nachmittag geschlossen werden - und zwar entlang der Institutionen, die das Bündnis mitverantwortlich macht für den Pro-Atom-Kurs der Bundesregierung. Dazu zählen die CSU-Zentrale, der Sitz des Energieriesen Eon, die bayerische Staatskanzlei sowie das bayerische Wirtschafts- und das Umweltministerien. Mehr als 60 Busse und einige Sonderzüge machen sich nach Angaben des Bündnisses “KettenreAktion Bayern“ auf den Weg nach München.

Zur Abschlusskundgebung am zentral gelegenen Münchner Odeonsplatz haben sich am späten Nachmittag neben Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) auch mehrere Künstler und Musiker angesagt. Zusammen mit der SPD, den Grünen und den Linken beteiligen sich unter anderem auch Bayerns Freie Wähler, die ÖDP sowie der Bund Naturschutz an dem Protest. Das Bündnis fordert eine Wende weg von der Kernkraft und hin zu erneuerbaren Energien. Erst Mitte September waren in Berlin rund 100 000 Menschen gegen die Atomkraft auf die Straße gegangen. Die Münchner Organisatoren sehen ihre Aktion als Teil des angekündigten “heißen Herbstes“.

dpa

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