Gegner der Flughafenerweiterung Oberpfaffenhofen machen am Sonntag mobil

Menschenkette gegen Flughafenerweiterung

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Ein Großraumflugzeug des Typs Airbus A380 im Tiefflug den Kirchturm der Marienkapelle von Geisenbrunn (Lkrs.Starnberg). Die Maschine ist im Anflug auf den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen.

Streitobjekt Flughafen Oberpfaffenhofen! Jetzt machen die Gegner der Erweiterung richtig mobil: Am Sonntag wollen sie eine riesige Menschenkette um den Weßlinger See auf die Beine stellen.

Mehrere tausend Protestler werden erwartet.

„Jets über unseren Köpfen – alle vier Minuten, dazu Lärmbelastung, Luftverschmutzung, wir wollen das alles nicht“, so die Initiatoren der Großdemo. Sie hoffen, dass sich zum Protest-Treffpunkt um 12 Uhr auf dem Weßlinger Sportplatz viele Betroffene und Menschen aus der Umgebung einfinden. „Es geht um den Schutz unseres Fünfseenlandes.“

Bei der Edmo, der Firma. die bei der Erweiterung die Fäden zieht, sieht man das anders. „Alles übertrieben“, heißt es immer wieder. Wirklich? Wir sprachen mit Edmo-Sprecher Thomas Warg:

„Es geht uns um die Zukunft“

Der Geschäftsführer der Flughafenbetreiberin Edmo-Flugbetrieb GmbH, Edwin Grabherr, ist im Fünfseenland zur Unperson geworden. Gegner werfen ihm vor, seine Position als ehemaliger Beamter beim Luftamt Südbayern zu versilbern. Trifft Sie das?

Thomas Warg:Herr Grabherr war zu keiner Zeit Leiter des Luftamtes Südbayern. Er war Luftverkehrsreferent im Wirtschaftsministerium in München, schied aber bereits 1995 aus. Für die Edmo ist er erst seit 2003 als Geschäftsführer zuständig. Von „versilbern“ kann keine Rede sein. Es geht um die Zukunft des Sonderflughafens.

Warum ist die Erweiterung der Flugzeiten so wichtig?

Der Flughafen kann nur Bestand haben, wenn sich hier weitere luftfahrttechnische Betriebe wie die RUAG ansiedeln. Er finanziert sich durch die Vermietung von Gebäuden und nicht durch Start- und Landegebühren. Diese Unternehmen kommen nicht, wenn sie hier nicht annähernd die gleichen Betriebszeiten vorfinden, die auch an anderen Flughäfen üblich sind.

Die Bürgerinitiativen sagen, schon heute schreibe die Edmo schwarze Zahlen. Stimmt das?

Das stimmt leider nicht. Dass die Edmo laut ihren Bilanzen Gewinne verbucht hat, ist allein der Tatsache zu verdanken, dass der Grundstückseigen­tümer „EADS Real Estate Dornier Grundstücke GmbH“ auf garantierte Mieteinnahmen verzichtet hat.

Die Gegner sagen, der Edmo gehe es um Geschäftsflieger. Warum ist dieses Geschäftsfeld so wichtig?

Uns geht es darum, die Geschäftsflieger am Flughafen instandzuhalten und warten zu können. Das ist ein sehr interessantes Geschäftsfeld für Unternehmen, die am Sonderflughafen ansässig sind oder es werden sollen.

Es gibt Gerüchte, dass die Edmo den Flughafen verkauft.

Der Flughafen steht nicht zum Verkauf.

Werden Sie sich den Protesten am Sonntag stellen?

Wir werden uns einer sachlichen Diskussion stellen. Die Demonstration vermittelt den Eindruck, dass die gesamte Bevölkerung des Landkreises Gegner der Flugbetriebserweiterung ist. Wir wissen, dass dies nicht so ist.

DW

Quelle: tz

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