2500 Teilnehmer bei Protestlauf

Menschenkette gegen Studiengebühren

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Gemeinsam gegen Studiengebühren: Studenten vor der Ludwig-Maximilians-Universität

München - Bündnis "SoS - Studieren ohne Studiengebühren" organisiert Protestlauf von Studenten. Polizei spricht von 2500 Teilnehmern.

Hunderte Menschen haben am Donnerstag in München aus Protest gegen die Studiengebühren eine Menschenkette gebildet. Das Bündnis „SoS - Studieren ohne Studiengebühren“ hatte die Aktion organisiert. Die Polizei sprach von rund 2500 Teilnehmern, die sich in eine Menschenkette von der Ludwig-Maximilians-Universität bis zur Technischen Universität München einreihten.

„Die Kette war gut 1,6 Kilometer lang, die meisten Teilnehmer waren Studenten. Wir haben immer mal wieder Parolen wie 'Studiengebühren abschaffen' gerufen. Und es gab La-Ola-Wellen“, sagteKatharina Hering, eine Sprecherin von SoS. Das Bündnis setzt sich seit Einführung der Studiengebühren für ihre Abschaffung und eine volle Kompensation der Gelder durch Staatsmittel ein. Anlass für die Aktion war die Entscheidung des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs vom 22. Oktober, ein Volksbegehren gegen Studiengebühren in Bayern zuzulassen.

Auch die Freien Wähler und die Grünen im Bayerischen Landtag unterstützen den Protest. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Margarete Bause, und der hochschulpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion der Freien Wähler, Michael Piazolo, reihten sich in die Menschenkette ein. „Es freut mich, dass die Studentinnen und Studenten Stärke zeigen und der Staatsregierung Hand in Hand entgegen treten, um für ein sozial gerechtes Studium einzustehen“, sagte Piazolo laut einer Mitteilung. Und Bause erklärte schriftlich: „Wir appellieren an den Koalitionsausschuss, dass er am Wochenende zugunsten der Studierenden entscheidet und nicht seinen Wahlkampf auf dem Rücken der Studentinnen und Studenten weiter fortführt.“

Die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern sprach sich hingegen gegen die einseitige Abschaffung der Studiengebühren aus. Nach eigenen Angaben hat sie sich mit einem Brandbrief an den Ministerpräsidenten und den Wirtschaftsminister gewandt und sich darin für einen dotierten Meisterpreis von mindestens 1000 Euro ausgesprochen. Dadurch würde sich der Freistaat Bayern zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung bekennen.

An der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg haben sich die Universitätsleitung und die Studierendenvertretung auf eine einheitliche Linie verständigt. Auch wenn die Meinungen über die Studiengebühren traditionsgemäß auseinandergehen, fordern sie nun laut einer Pressemitteilung gemeinsam eine „kapazitätsneutrale, vollständige, dynamisierte und dauerhafte Kompensation der Mittel aus Studienbeiträgen“, sollten diese zukünftig entfallen.

dpa

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