Menschliche Mauer trennt zwei U-Bahn-Raufbolde

Bevor die Situation vollends eskaliert, stellt sich ein junger Mann mit weißem Sweat-Shirt zwischen die Männer. Sekunden später stellen sich noch weitere Fahrgäste dazwischen

München - Nach Worten wie "Halt's Maul und komm her" drohte die Eskalation. Doch couragierte U-Bahn-Fahrgäste haben die Notbremse gezogen, sich wie eine Mauer aufgestellt und zwei Raufbolde getrennt.

Freitagmittag, U-Bahn-Haltestelle Silberhornstraße. Ein Mann brüllt: „Halt’s Maul und komm her!“ Drohend hebt er die Faust. Die Faust gilt einem Fahrgast, der im Eingang einer U-Bahn steht. Vor ihm stehen Männer. Sie haben sich vor ihn gestellt, wie eine Mauer. Die Fahrgäste drängen den Schläger auf den Bahnsteig, halten auch den zweiten Mann in Schach. Etliche Pendler, darunter auch viele Frauen, stehen im Halbkreis um die Streithähne. Jederzeit bereit einzugreifen. Die U-Bahn bleibt im Bahnhof stehen. Irgendjemand hat die Notbremse gezogen. Jetzt warten sie alle auf die Polizei.

Vom Bahnsteig aus brüllt der Raufbold in die U-Bahn, zeigt mit dem Finger auf seinen Kontrahenten

Während der Mann mit den kurz geschorenen Haaren weiter tobt, verlassen die Fahrgäste, unter ihnen viele Schulkinder, die U-Bahn, gehen lieber an die Oberfläche. „Es war eine äußerst aggressive Situation“, schildert ein Augenzeuge. „Vor allem die Kinder waren total verängstigt.“
Dann kommt die Polizei. Der Mann mit den kurzen Haaren ist immer noch da. Zunächst nehmen die Beamten seine Personalien auf, ­sprechen mit Augenzeugen der handgreiflichen Streiterei. Schließlich nehmen die Polizisten den Mann mit auf die Inspektion. Er ist äußerst alkoholisiert, vermutlich deshalb so aggressiv.

„Es war absolut vorbildlich, wie viel Zivilcourage die Fahrgäste gezeigt haben. Sie haben sicher eine schlimme Schlägerei verhindert“, sagt ein Augenzeuge der tz.

tz

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