Sie überwältigten den Todesschützen

Merk ehrt mutige Helden

Steffen Seidel (r.) bekamen die Justizmedaille aus den Händen Beate Merks

München - Thomas Thiele und Steffen Seidel sollten eigentlich nur als Zeugen vor Gericht aussagen – sind aber am Rande des Prozesses zu Helden geworden.

 Die beiden Männer überwältigten am 11. Januar 2012 Rudolf U. (54), den Todesschützen von Dachau, im Gerichtssaal. U. hatte den Staatsanwalt erschossen und wollte offenbar noch auf weitere Menschen feuern. Thiele und Seidel brachten ihn zu Boden und verhinderten weiteres Unglück. Dafür bekamen die mutigen Männer jetzt die Bayerische Justizmedaille aus den Händen von Justizministerin Beate Merk (55, CSU).

Beate Merk mit Thomas Thiele

Sie sagte: „In einer Zeit, in der von nachlassender Zivilcourage die Rede ist, konnte Sie beide nicht einmal die Angst um Ihr eigenes Leben davon abhalten, beherzt einzugreifen. Für Ihr mutiges Eingreifen danke ich Ihnen von ganzem Herzen!“ Der Regensburger Thiele und der Münchner Seidel hatten im Prozess gegen U. als Zeugen ausgesagt. U. wurde wegen Sozialversicherungsbetrugs verurteilt – und rastete völlig aus. Er sprang auf, zog eine Waffe aus dem Hosenbund, erschoss den jungen Staatsanwalt Tilman T. (31), zielte dann auf den Richter. Thiele und Seidel griffen mutig ein. Sie stürmten aus dem Zuschauerraum nach vorn, griffen U. in den Arm, entwaffneten ihn und brachten ihn zu Boden. Dann nahm ihn die Polizei fest.

Später wurde U. zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Juni dieses Jahres starb der zuckerkranke Mann auf der Krankenstation der JVA Stadelheim an Multi-Organversagen.

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