Prozess zu Disco-Prügelei

Messer-Attacke: Schlimme Kindheit als Grund

München - Bei einem Prozess wegen einer Messerattacke nach einer Disco-Prügelei zeigt sich ein Angeklagter geständig. Er führt seine schlimme Kindheit als Grund für sein aggressives Verhalten an.

Ein Disco-Besucher hat vor dem Münchner Schwurgericht am Dienstag eine Messerattacke auf einen anderen Gast nach vorangegangener Prügelei gestanden. Die Auseinandersetzung am Eingang des Lokals sei aber von dem drei Jahre jüngeren Opfer ausgelöst worden, widersprach der 27-Jährige der Anklage. Diese geht von versuchtem Mord aus.

Der Asylbewerber schilderte zum Prozessauftakt seine traumatisierende Kindheit und Jugend während des Kosovo-Krieges. Er leide seither unter Angstzuständen, ausgelöst unter anderem durch Streit. „Ich bemühe mich dann um Beherrschung“, versicherte der Hilfsarbeiter.

Der Angeklagte lebt seit Anfang 2010 in Deutschland. Er habe hier verstärkt getrunken, insbesondere beim Spiel an Automaten, dem er verfallen gewesen sei. Seine italienisch-kosovarische Freundin und Mutter eines gemeinsamen Kindes war nach den Worten des Gelegenheitsarbeiters mit seinem Alkoholkonsum nicht einverstanden, „aber sie konnte nichts tun“. In der Haft hat sich der Angeklagte an die Suchthilfe gewandt und inzwischen zehn Beratungsstunden absolviert. Der Prozess dauert an.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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