Beziehungsstreit eskaliert

Messer-Attacke! Wirtin rastet aus

Martina S. kam mit einer Bewährungsstrafe davon .

München - In den vergangenen drei Jahren musste Martina S. viel einstecken. Ihr Lebensgefährte und späteres Opfer Johann S. (55) behandelte die 52-jährige Wirtin schlecht, war wegen seiner Alkoholsucht aggressiv, auch Fäuste flogen. Nie hat sich Martina S. gewehrt. Bis zum 12. Dezember 2014.

Mit über zwei Promille Alkohol im Blut rammte sie ihrem Freund ein Küchenmesser in den Bauch. Am Montag wurde sie dafür vom Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

„Ich war immer die graue Maus, habe alles über mich ergehen lassen. Jetzt wollte ich endlich standhaft bleiben“, sagt Martina S. auf der Anklagebank in ihrem grauen Strickkleid. Sie hat ein Alkoholproblem, genau wie ihr Freund. Fünfmal in der Woche trinke sie Alkohol, erklärt sie auf Nachfrage von Richterin Sonja Birkhofer-Hoffmann. Als Wirtin in der eigenen Kneipe ist die Versuchung groß. So auch an jenem Abend, an dem die Situation in der gemeinsamen Wohnung in der Leonrodstraße eskalierte. „Es war Vodka-Tag“, erzählt sie. Zusammen mit einer guten Freundin trinkt Martina S. Rüscherl – ein Gemisch aus Vodka und Cola. Neun Gläser. Später wurden rund 2,3 Promille Alkohol in ihrem Blut festgestellt.

Als sie gegen Mitternacht ihre Kneipe zusperrte und sich auf den Heimweg machte, schlief Lebensgefährte Johann S. bereits. In der Küche bereitete sie sich einen Auflauf zu, schnitt Gemüse. Dann stand ihr Freund plötzlich vor ihr, verschlafen und aggressiv. „Er kam auf mich zu, dann habe ich zugestochen.“ Erschrocken über ihre Tat alarmierte sie den Rettungsdienst und versorgte ihren blutenden Freund. Nach drei Tagen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. Staatsanwalt Markus Koppenleitner: „Das ist pures Glück, dass hier nicht mehr passiert ist.“

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