Eifersucht: Stach Michaela B. mit Absicht zu?

Das Messer-Drama von Thalkirchen

Michaela B. (40) ist verzweifelt und pocht auf einen Unfall – ihre Kollegen vom Hotel ­Nymphenburg kämpfen für ­ihre FreilassungFotos: Kurzendörfer, Unfried

München - War es ein Unfall? Oder hat Michaela B. ihrem Freund mit Absicht ein Messer in den Bauch gerammt? Die Tat vom 5. Dezember 2012 wird jetzt vor Gericht verhandelt.

War es ein Unfall? Oder hat Michaela B. ihrem Freund mit Absicht ein Messer in den Bauch gerammt? Seit Montag muss sich die 40-jährige Hotelangestellte, die seit der Tat am 5. Dezember 2012 in U-Haft sitzt, wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten.

Das Eifersuchts-Drama eskalierte an jenem Abend in der Wohnung in der Brudermühlstraße. Auf dem Computer des U-Bahn-Fahrers entdeckte sie, dass er mit einer Jodie aus London chattete. „I love you“, soll er geschmachtet haben. Dabei hatten beide doch schon Heiratspläne, in Las Vegas wollten sie sich das Ja-Wort geben.

„Diese Demütigung hat sie nicht ertragen“, so ihr Anwalt Thomas Schales. In ihrer Verzweiflung tat Michaela B. das, was sich schon öfter getan hatte: Sie griff nach einem Messer, um sich selbst zu verletzen. Das hatte sie schon als 15-Jährige gemacht. „Ich habe mich missverstanden gefühlt von meiner Mutter“, sagt sie. Auch im Lauf der achtjährigen Beziehung mit Mathias hatte sie sich schon selbst verletzt.

Nun richtete sie das Küchenmesser mit einer 22 Zentimeter lange Klinge erneut gegen sich selbst. Verzweifelt versuchte Mathias R., ihr das Messer zu entreißen. Doch es gelang ihm nicht.

Nachdem sich Miachaela B. im Gerangel selbst an der Hand verletzt hatte, versorgte sie ihre Wunde. Für ihren Verlobten war das ein Signal, die Wohnung so schnell wie möglich zu verlassen. Er packte seine Sachen.

Michaela stürmte daraufhin ins Schlafzimmer, packte seine Tasche und schleuderte sie in den Gang. In einer Hand hatte sie immer noch das Messer. Staatsanwalt Andreas Schmitz: „Im Rahmen dieses Gerangels stach die Angeklagte dem Geschädigten die Messerklinge wuchtig in den unteren Bauchbereich.“ Michaelas Version ist jedoch eine andere: „Er hat sich das Messer in sich reingeschoben“, behauptet Anwalt Schales. Vorsitzender Richter Anton Winkler bezweifelte das: „Ein völlig unnatürlicher Vorgang.“

Großen Rückhalt findet Michaela B. bei ihren Kollegen vom Hotel Nymphenburg. Die hatten sich bereits im März dafür eingesetzt, dass sie den Knast verlassen darf. Auch ihr Chef würde die Hausdame sofort wieder einstellen: „Sie ist keine Verbrecherin.“

Der Prozess dauert an.

Eberhard Unfried

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion