Messerdrama vor Kultfabrik

Sie stechen am Parkplatz zu

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Besoffen stach Parviz H. (li.) mit einem Klappmesser zu. Mirsad B. (re.) trat das blutende Opfer mit Füßen

München - Nach einem kurzen Wortgefecht eskaliert die Situation. Zwei junge Burschen werden von fünf Männern attackiert. Nach einer Messerattacke wird Markus A. vom Notarzt gerettet.

Mit zwei Freundinnen waren Markus A. und Tom L. (20, Namen geändert) am Ostbahnhof unterwegs und wollten in der Kultfabrik feiern – typische Jugendliche, die am Wochenende ein bisschen Spaß haben wollten.

Aber es wird gefährlich … Als sie am 3. Oktober 2012 gegen drei Uhr nachts über den Parkplatz am Optimol-Gelände laufen, geraten sie an fünf dunkle Gestalten. Die Mädels sind schon daheim, die beiden Spezln denken sich nichts und fragen angeheitert nach dem Weg. Statt einer Antwort kommen komische Fragen. „Bist du Deutscher?“ Ja, antwortet Markus, Tom sagt: Nein. Das reicht der Gruppe, um die Jungs aufzumischen. „Warum bist du mit einem Deutschen befreundet? Du hast keine Ehre“, kommt es zurück.

Dann bricht eine Welle der Gewalt über Markus und Tom herein. Die Männer schlagen ihnen unvermittelt mit den Fäusten ins Gesicht. Die beiden Bauhelfer Mirsad B. (32) und Parviz H. (31) sind die Anführer der Bande – stark angetrunken verfolgen sie Markus A., als er fliehen will. Von hinten sticht ihm Parviz H. ein Messer in den Rücken – zehn Zentimeter tief ist die Wunde unter dem Schulterblatt. „Meine Lunge ist kollabiert“, sagt Markus A. zitternd vor Gericht – trotzdem treten die beiden Bauhelfer wie von Sinnen mehr als zehnmal auf ihn ein, als er blutend am Boden liegt.

Türsteher rufen die Polizei. Der Notarzt rettet ihm das Leben – eine Woche muss sich A. in der Klinik erholen. Parviz H. und Mirsad B. müssen sich wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten. Über ihre Anwälte räumten sie ihre Taten ein. Eine Entschuldigung lehnte Markus A. ab: „Ich kann die Sache nicht vergessen.“

A. Thieme

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