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Messerstecherei am Rosenheimer Platz - acht Jahre Haft für Haupttäter

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Von: Leoni Billina

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Kerzen, Blumen und ein selbst gemaltes Bild des Getöteten stehen auf dem Boden am Tatort am Rosenheimer Platz
Tatort am Rosenheimer Platz - hier wurde der damals 17-Jährige getötet © Oliver Bodmer

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde ein 17-Jähriger getötet - die Täter sind nun zu hohen Jugendstrafen verurteilt worden.

Die Jugendkammer des Landgerichts München hat nun zwei jungen Männern wegen Totschlags und versuchten Raubes mit Todesfolge hohe Jugendstrafen auferlegt. Einer der Angeklagten wurde zu acht Jahren Jugendstrafe, sein Mittäter zu vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Außerdem wurde bei beiden Angeklagten die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Die Tat liegt nun etwas mehr als ein Jahr zurück: Im Dezember 2021 hatten nach den Feststellungen des Gerichts die beiden Angeklagten vorgetäuscht, in der Nähe des Rosenheimer Platzes Marihuana von dem späteren Opfer († 17) kaufen zu wollen. Die Täter waren damals 16 und 15 Jahre alt.

Während die Angeklagten versucht hätten, dem Opfer ein Tütchen mit zehn Gramm Marihuana zu entreißen, sei es zu einem Handgemenge gekommen. Dabei habe einer der Angeklagten dem Opfer mit einem Messer zweimal in den Oberkörper gestochen. Die Angeklagten hätten dabei mit Tötungsvorsatz gehandelt. Das Opfer starb am nächsten Morgen trotz Notoperation an einem hämorraghischen Schock. Das Mordmerkmal der Habgier lehnte die Jugendkammer ab, da der Haupttäter angab, er habe nur noch vom Tatort fliehen wollen, als er das Messer eingesetzt habe.

Im Rahmen der Strafzumessung führte der Vorsitzende Richter aus, dass bei dem Haupttäter nur eine Jugendstrafe in Betracht gekommen sei. Der Angeklagte habe sich kalt und gefühllos gezeigt. Der sehr hohe Erziehungsbedarf führe zu der vergleichsweisehohen Jugendstrafe.

Der Fall hatte vor gut einem Jahr für Aufsehen in München gesorgt. Freunde hatten am Tatort am Rosenheimer Platz Fotos, Blumen und Kerzen niedergelegt und so um ihren Freund und Angehörigen getrauert – monatelang war der Ort ein Gedenkort für den Getöteten.

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