Attacke auf 53-Jährige

Messerstiche im Hexenwahn

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Streng bewacht: Messerstecher Dino D. (29) auf der Anklagebank

München - Dino D. (29) muss sich wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten: Er soll eine Frau im Hexenwahn attackiert haben.

„Du hast mich verhext!“ Die 53-jährige Hermine F. (Name geändert) verstand die Welt nicht mehr. Ihr Ziehsohn Dino D. (29), den sie über alles mochte, flippte plötzlich aus: „Ich bringe dich um!“ Der junge Mann sprang der zierlichen Frau an die Gurgel. „Er hat mich auf den Boden geworfen und gewürgt“, schilderte sie am Montag als Zeugin vor Gericht. „Dann griff er zu einem Küchenmesser.“ Jetzt muss sich Dino D. wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten.

Hermine F. kennt den in München geborenen Bosnier seit seinem Kindergartenalter. „Ich war mit seiner Mutter befreundet und habe oft auf den Buben aufgepasst.“ Später zog Dino zu seiner „Nenntante“, weil er sich als Lagerarbeiter keine eigene Wohnung leisten konnte und Krach mit seiner Mutter hatte. Dass er unter psychischen Problemen litt (vermutlich auch wegen seines Drogenkonsums), fiel ihr nicht auf. Bis er sie würgte und dann mit dem Messer auf sie losging. „Ich habe versucht, die Klinge abzuwehren“, erzählt sie. Dennoch gelang es dem Täter, mehrere Schnitte an ihrem Hals zu setzen, die zum Glück nicht tödlich waren. Dino D. ließ dann plötzlich von ihr ab, als sein Freund an der Tür klingelte.

Die Narben an ihrem Hals sind heute noch deutlich erkennbar. Zwei verlaufen quer an ihrer Kehle. Den Angeklagten schaute Hermine F. nicht an, eine Entschuldigung wollte sie nicht hören.

„Ja, ich wollte sie töten“, gab der Täter zu. „Ich habe geglaubt, sie hätte mich an Drogenhändler verkauft.“ Er ist inzwischen in der geschlossenen Abteilung in Haar untergebracht, wo er sich nach seinen Angaben wohl fühlt. Das Gericht wird ihn voraussichtlich endgültig einweisen.

Ebu

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