Wo bleibt hier die Hausverwaltung?

Riem: Wieder Saustall in Gewofag-Block entdeckt

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Die Zustände in der Helsinkistraße: Jörg Hoppe zeigt den Sperrmüll, der sich im Müllbunker fast bis zur Decke stapelt

München - Eine Woche nach dem tz-Bericht über eine verkommene Wohnanlage an der Willy-Brandt-Allee in Riem, taucht nun eine neue Schreckensnachricht auf: Wieder geht es um eine Gewofag-Anlage.

Vorige Woche berichtete die tz über eine verkommene Wohnanlage an der Willy-Brandt-Allee in Riem, die vom städtischen Wohnungsunternehmen Gewofag verwaltet wird. Jetzt meldet ein Mieter in der Helsinkistraße unglaubliche Zustände, auch hier ist die Gewofag zuständig.

Die Kabel, die Manuela Peci zeigt, sind die kümmerlichen Reste von Laternen

„Was sich hier in unserer Anlage abspielt, ist haarsträubend“, klagt Rentner Jörg Hoppe (67). Der gehbehinderte Mann musste voriges Jahr schon einmal die Feuerwehr zu Hilfe rufen, weil der Aufzug elf Tage lang streikte und er zum Arzt musste. Hoppe: „Im Garten sind seit drei Jahren vier Lampen kaputt, es ist dort nachts dunkel. Im Müllraum stapelt sich Sperrmüll fast bis zur Decke und an den Balkonen gibt es Wasserschäden.“

Im Putz gähnen Löcher, an den Briefkasten, in den Treppenhäusern und an den Eingängen liegt Unrat herum. Hoppe: „Wozu zahlen wir in der Anlage pro Jahr 24 000 Euro an Hausmeisterkosten?“

Gewofag-Sprecher Peter Scheifele erklärt: „Der Putzrhythmus in der Anlage ist einmal wöchentlich, auch der Hausmeister kommt einmal pro Woche.“ Die Reparatur der Gartenleuchten sei im Januar beauftragt worden, man werde der Sache nachgehen. Auch die Sperrmüllabfuhr soll künftig statt einmal pro Halbjahr jedes Quartal erfolgen. „Was den defekten Wasserablauf betrifft, liegt der Fonds, dem das Haus gehört, mit der Baufirma im Clinch.“

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CSU-Stadtrat Marian Offman, der bereits die Zustände in der Willy-Brandt-Allee kritisiert hatte, hält die Bemühungen der Hausverwaltung nicht für ausreichend: „Man muss dahinter her sein, dass Missstände sofort behoben werden, sonst nehmen sie zu. Das ist auch in Häusern mit anderer Mieterstruktur so.“ Offman weiter: „Auch in anderen Gewofag-Anlagen gibt es Probleme, etwa mit Warmwasser. Da muss OB Christian Ude als Gewofag-Aufsichtsratschef eingreifen.“ Die tz versuchte, Ude für eine Stellungnahme zu erreichen, vergeblich…

J. Welte

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