Die "Schlampen" erobern München

München - Mit viel nackter Haut haben bei einem sogenannten Schlampenmarsch am Samstag in München hunderte Menschen gegen eine Verharmlosung sexueller Gewalt protestiert.

In München haben rund 17 Menschen über Facebook den “Slutwalk“organisiert, an dem 350 selbst ernannte “Schlampen“ demonstrierten. “Es gibt keine Institution. Wir sind sehr bunt“ sagte eine der Mitorganisatorinnen, Lorena Jaume-Palasi. “Unser gemeinsamer Nenner ist, dass wir uns über die Stereotypisierung von sexueller Gewalt empören. Wir wollen einen öffentlichen Diskurs anstoßen.“

Bilder: "Schlampen"-Marsch durch München

"Schlampen" marschieren durch München

Insgesamt waren in Berlin, München, Frankfurt, Dortmund und Hamburg weit mehr als 2000 Menschen auf den Straßen. Allein in Berlin kamen nach Polizeiangaben rund 1000 Teilnehmer (der Veranstalter spricht von 3000) - meist in freizügigen Kostümen. Erwartet hatten die Veranstalter allerdings dreimal so viele. In Dortmund und Frankfurt waren es je gut 250, in Hamburg etwa 450. In Köln meldete die Polizei 50 bis 60 Beteiligte. “Das war mehr eine Spaßveranstaltung als eine Demonstration“, sagte ein Sprecher. Mit einigen Dutzend Teilnehmern war der Marsch in Stuttgart deutlich weniger besucht.

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Mehrheitlich waren es Frauen - einige in Miniröcken, mit Netzstrumpfhosen und Higheels, einige mit blanker Brust. Aber auch einige Männer waren dabei. “Man demonstriert ja nicht nur für persönliche und individuelle Bedürfnisse, sondern auch für die Rechte anderer“, sagte einer der protestierenden Männer.

Auch Mitarbeiter von Frauenorganisationen wie Terre des Femmes und Frauennotruf waren dabei. Mit Pappschildern mit Aufschriften wie “Vergewaltigung gibt es nicht erst, seit es Miniröcke gibt“ oder “Ich entscheide, wann ich diesen Rock ausziehe“ zogen die Demonstranten durch Münchens Straßen bis zum Marienplatz.

Die spektakulärsten Nackt-Demos

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“Slutwalk“, zu deutsch Schlampenmarsch, ist eine weltweite Protestaktion mit Wurzeln in Kanada. Dort hat die Äußerung eines Polizisten im April, Frauen sollten sich nicht wie Schlampen kleiden, um sexuelle Übergriffe zu vermeiden, Empörung ausgelöst. Seither gab es bereits in mehreren Städten weltweit Protestmärsche. Die Demonstrationszüge sollten auf das Recht jedes Menschen auf sexuelle Selbstbestimmung aufmerksam machen.

dpa

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