Tausende demonstrieren friedlich gegen SiKo

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Ein starkes Polizeiaufgebot begleitete am Samstag die Demonstration der Konferenzgegner.

München - Während bei der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag Top-Politiker aus aller Welt Militärstrategien besprachen, gingen in der bayerischen Landeshauptstadt Tausende auf die Straße.

Die Polizei schätzte die Zahl der Demo-Teilnehmer nach Ende der Veranstaltung auf rund 3200. Die Veranstalter sprachen hingegen von 5500 Teilnehmern am Protestzug. Die Polizei zählte auch etwa 400 Autonome. Sie hätten sich ebenso wie die anderen Teilnehmer absolut ruhig verhalten. Die Polizei hatte sich auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet und war mit etwa 3400 Beamten im Einsatz.

Rund 90 Organisationen hatten sich für die Kundgebung mit anschließendem Zug durch die Stadt zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen. Darunter waren Gewerkschaften und die Linkspartei. Der Protest richtete sich in erster Linie gegen den NATO-Einsatz in Afghanistan. Im Mittelpunkt der Aktionen stand der Protest gegen Rüstung und für Frieden. Entsprechend lautete das Motto “Gegen die NATO-Kriegspolitik - Bundeswehr raus aus Afghanistan“. Bereits am Freitagabend hatte das Bündnis zu Protesten aufgerufen. Nach Polizeiangaben hatten an dieser ersten Versammlung aber nur etwa 50 Demonstranten teilgenommen.

Bilder: Die 47. Sicherheitskonferenz in München

Bilder: Die 47. Sicherheitskonferenz in München

Bei der Kundgebung am Samstag standen auf den Fahnen, Plakaten und Flyern der Protestierenden Forderungen wie: “Raus aus Afghanistan“ oder ein schlichtes “Pace“ (Frieden). Auf einem Wagen wurde während der gesamten Demonstration Reggae-Musik gespielt, junge Leute mit Rastalocken folgten tanzend. Ein Demonstrant hatte sich als Baron Münchhausen verkleidet, der die Gesichtszüge von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg trug.

Anlässlich der 47. Münchner Sicherheitskonferenz sind bis Sonntag noch Staats- und Regierungschefs, Minister, Militärs, Parlamentarier, Journalisten und Experten aus aller Welt in München. Bei dem Treffen geht es um verteidigungspolitische und militärstrategische Fragen. Der Verkehr in der Münchner Innenstadt wurde am Samstag durch die Konferenz behindert. Rund um den Tagungsort waren Straßen gesperrt, der Flugverkehr wurde umgeleitet.

dpa

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