Metal vom Feinsten: Iron Maiden in der Olympiahalle

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Frontmann Bruce Dickinson war gut bei Stimme.

München - Ein Hawaiihemd. Wirklich. Beim Konzert von Iron Maiden in der brodelnden Olympiahalle trug ein Mann ein Hawaii­hemd. Und wissen Sie was? Eigentlich ist das ganz in Ordnung.

 Weil Frontmann Bruce Dickinson ja schließlich während des Konzerts davon erzählt, dass es ihm schnurzegal ist, aus welchem Land man kommt, an welchen Gott man glaubt – oder auch nicht. „Wir sind eine große Familie“, brüllt er unter Jubel. Und zu dieser Familie gehören mittlerweile nicht nur Fans von 16 bis 66, sondern auch Hawaii-Hemdenträger. Die Jungs auf der Bühne sind schon ziemlich alt, also jeder etwa ein halber Jopi. Doch Dickinsons eingebauter Hüpfen-und-Hasten-Motor schnurrt wie eh und je. Janick Gers gibt nach wie vor den Moriskentänzer auf Speed, Nicko McBrain verschanzt sich hinter seiner Schießbude und trommelt gerne mal – wir schätzen: mit diebischer Freude – synkopisch gegen den Album-Beat.

Steve Harris, Zupf-Zausel, Superhirn und Bassist der Band, ist noch immer der intelligenteste und einer der virtuosesten seines Schlags. Die Fast-Urgesteine Murray und Smith sorgen für Gitarren-Zauber und angemessene Virtuosen-Würde. Kurz: alles beim Alten bei den Alten. Doch das ist ja gerade das Gute an den Briten: Sie sind der Fels in der Brandung melancholischen Metals.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Wenn sie zu ihren Terzen-Gesängen auf den Gitarren anheben, dann gröhlen die einen, die anderen hüpfen, und die ganz anderen genießen still wippend. Nach einem etwas unrunden, akustisch selbst für die Olyhalle miesen Start geht’s ab Two Minutes To Midnight in die Vollen. Und dann eben jene Mischung aus sehnsüchtigem Schwelgen und rockiger Rasanz, garantiert synthiefrei. Ist schon faszinierend: Da hat die Band kaum einen Song geschrieben, dessen Refrain sich zum Mitsingen eignet.

Aber was soll’s? Sorry, Mr. Dickinson: Das Wichtigste an den Irons ist und bleibt das Gitarren-Gerüst. Die herrlichen Melodien, das Maiden-Schwelgen. Und weil dem so ist, haben wir bei Fear of the Dark den kollektiven Instrumental-Rausch: 8000 Fans singen die Gitarren-Melodien mit! So schön kann das Leben als eiserne Jungfrau sein.

Matthias Bieber

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