Metal-Ikone Ozzy: Hart wie Zement

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München - Erst verewigte sich der Rockstar Ozzy Osbourne auf dem Munich Olympic Walk of Stars in Zement, danach betonierte er die Olympiahalle – akustisch, versteht sich.

Vor seinem Konzert hat sich die Metal-Legende auf dem Munich Olympic Walk of Stars eingetragen. Er ritzte seinen Namen, das Datum und den Satz „Go crazy with me“ in den 120 Kilogramm feuchten Zement. Die knapp ein Quadratmeter große Platte soll nach dem Trocknen am Ufer des Olympiasees angelegt werden. Dort ist er in bester Gesellschaft – seit 2003 hat sich u.a. Elton John verewigt, der einen Tag vor Ozzy in Münchens größter Halle gastierte. Ansonsten hatten beide Konzerte – wen wundert’s? – nicht viel miteinander zu tun, wie die Kritik zeigt:

Wie soll das bitte funktionieren? Es ist 20.15 Uhr, taghell, höchstens 5000 sympathische Mittvierziger (viele mit Nachwuchs), die ihre alten Fan-Kutten aus dem Schrank geholt haben, aber ansonsten so hart wirken wie Knäckebrot. Jetzt und hier soll der „Prince Of Darkness“ für Stimmung sorgen? Der Heavy-Metal-Pate? Der durchgeknallteste aller Rocker? Das fräsende Gitarrenriff von I Don’t Know bläst alle Zweifel davon. Ozzy Osbourne tippelt grinsend auf die Bühne, flankiert von mörderisch aufspielenden Spießgesellen, alle mit Haaren bis zum Steiß. „Do you want to go crazy with me tonight?“, röhrt er – und alle Fäuste sind oben.

Man durfte ja zweifeln, ob der 62-Jährige fit sein würde. Man kennt die ollen Kamellen von seinen Drogenaussetzern (Fledermäusen den Kopf abgebissen, Gattin gewürgt). Und man hat noch die TV-Serie The Osbournes im Hinterkopf, in der ein tragikomisch überforderter Ozzy brabbelnd im Bademantel durch seine Villa tapste. Aber: Lord Gaga ist überraschend agil, passabel bei Stimme und hüpft glücklich wie ein Kind hinterm Mikro auf und ab. Er schüttet eimerweise Wasser in die Menge und schießt sogar mit einen Feuerwehrschlauch von der Bühne. Ozzy lässt seinen Fans keine Müdigkeit durchgehen, hält entrüstet die Hand ans Ohr: „I can’t fuckin’ hear you!“ Gitarrist Gus G. nebenan erfüllt Metal-Klischees: breitbeinig exekutierte Gewitter-Soli inklusive wehendem Haar.

Kaum ein Song jünger als 30 Jahre. Crazy Train & Co. machen Heidenspaß, die Hits von Osbournes alter Band Black Sabbath eh: Paranoid, Iron Man, War Pigs. Am Ende sind alle nass und glücklich.

Johannes Löhr / M.B.

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