Experte erklärt das Phänomen

Lichtspektakel am Himmel: Wo schlug der Meteorit ein?

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Wenn Meteoriten-Teile auf der Erde landen, dürften sie die Größe einer Kartoffel haben, sagt Gerhard Drolshagen von der ESA.

München - Ein Lichtspektakel hat die Menschen in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz am Sonntagabend fasziniert. Sind Meteorit-Brocken niedergegangen? Wir haben einen Experten gefragt.

Zahlreiche Bürger riefen am Sonntagabend die 110: Sie sahen ein grelles Licht am Himmel - und alarmierten die Polizei. Doch hinter dem Lichtspektakel steckte kein Unglück, sondern ein Meteor. Der glühende Ball zog am Himmel entlang, zu sehen in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich.

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Könnten Überreste des Meteors als Meteoriten (siehe unten) auf der Erde einschlagen? Gerhard Drolshagen von der Europäischen Weltraumagentur (ESA) mit Sitz in den Niederlanden hält das auf Anfrage unseres Portals für nicht unwahrscheinlich. Er schätzt, dass das Objekt, bevor es verglühte, eine Größe zwischen 30 Zentimetern und einem Meter im Weltall hatte. "Bei dieser Größenordnung können durchaus Stücke, die so groß wie eine Kartoffel sind, auf dem Boden gefunden werden", sagt er. Ob das tatsächlich so sei, werde sich in den nächsten Tagen herausstellen.

Wo schlug der Meteorit ein?

Schlug der Meteorit ein? Und wenn ja, wo? Darüber rätseln noch alle - auch die Experten. Am Montagmorgen hatte es bereits Berichte gegeben, der Meteorit sei in der Schweiz oder am Bodensee eingeschlagen. Diese wurden aber zunächst nicht bestätigt.

Sonderlich gefährlich sind einschlagende Meteoriten in der Größe einer Kartoffel nicht. "Die Teile fallen mit einer nicht mehr so hohen Geschwindigkeit", sagt der Experte. "Auf den Kopf bekommen möchte ich so ein Teil trotzdem nicht."

So weit zu sehen war das Lichtspektakel des Meteors laut dem Experten, weil die Objekte sehr hoch im Himmel zu glühen beginnen. Nämlich etwa 100 Kilometer entfernt.

Viele Beobachter der Naturphänomens haben eine grünliche Farbe des Lichts wahrgenommen. Nichts Ungewöhnliches, sagt Drolshagen. "Das hängt vom Zusammenspiel der Elemente, die verglühen, und der Atmosphäre ab", sagt er. Es gebe auch Meteore mit einem bläulichen, roten oder gelben Licht.

Obwohl er tagtäglich in seinem Job mit Phänomenen wie dem Meteor vom Sonntag zu tun hat, kann der Experte die Aufregung um das grelle Licht gut verstehen. "Ganz so häufig kommt so etwas doch nicht vor", sagt er. Alle paar Jahre ist solch ein Ereignis über Europa zu bewundern. "Ich persönlich habe so eine helle Feuerkugel auch noch nicht live gesehen - da bin ich schon ein wenig neidisch auf die Menschen in Süddeutschland."

Einen richtig guten Riecher hatte übrigens die Bühne Moosburg e.V. Das aktuelle Stück der Theatergruppe: "Der Meteor".

Meteor, Meteorid, Meteorit: Die Begriffe

Ein Objekt, das im Weltall fliegt und größer als einen Meter ist, wird als Asteroid bezeichnet. Ist es kleiner als ein Meter gilt es bei Experten als Meteorid (auch Meteoroid geschrieben), sagt Gerhard Drolshagen.

Tritt dieses Objekt in die Atmosphäre ein, beginnt es zu glühen. Diese Lichterscheinung am Himmel wird dann als Meteor bezeichnet.

Verglüht bei der Lichterscheinung nicht das gesamte Objekt, können Teile auf den Boden fallen. Diese werden dann Meteoriten genannt.

wei

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