Neues Mega-Windrad

179 Meter! Riesen-Rotor hinter Allianz Arena

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Das bisherige Windrad auf dem Fröttmaninger Müllberg ist keine 100 Meter hoch

München - Die Landeshauptstadt bekommt ein neues Wahrzeichen. Hinter der Allianz Arena wird ein Mega-Windrad gebaut. Der Riesen-Rotor wird 179 Meter hoch.

Ein Stern prangt über der Stadt: Der strahlt zwar nicht selbst in der Nacht, aber er sorgt für den nötigen Strom. Jetzt gibt es erstmals offizielle Pläne für das neue Windrad der Stadtwerke! „Wir sind mit den Planungen durch“, sagt SWM-Sprecherin Bettina Hess. „Die Stadtwerke sind an einer zügigen Entwicklung interessiert.“

Kommende Woche berät die Stadtgestaltungskommission darüber – wegen der „prominenten Lage an der Stadteinfahrt und der Bedeutung für das Stadt- und Landschaftsbild“. Tatsächlich bekommt München ein neues Wahrzeichen: Der Blick vom Alten Peter wird künftig auf Kirchtürme, Hochhäuser und das neue Windrad fallen. Es soll – vom Zentrum aus gesehen – hinter der Allianz Arena entstehen. Fährt man über die Autobahn A9 in die Stadt, wird man rechter Hand das Windrad als erstes Bauwerk der Stadt erkennen.

Bis zu 179 Meter hoch soll es ausfallen, allein die Rotoren haben einen Durchmesser von bis zu 118 Metern. Daneben sieht die bestehende Mühle auf dem Fröttmaninger Müllberg mit ihren nicht mal 100 Metern wie ein Windrädchen aus, selbst wenn sie auf dem 70 Meter-Hügel steht. Das wird eine spannende Diskussion in der Stadtgestaltungskommission mit Vertretern aus Architektur, Behörden, Stadt, Politik und Heimatpflege. Schließlich will München ja auch die Öko-Hauptstadt werden: Die Stadtwerke wollen bis 2025 ganz München mit Öko-Strom aus ganz Europa versorgen und investieren dafür rund neun Milliarden Euro. Da macht so ein einzelnes Windrad in der Stadt nicht mehr als ein laues Lüftchen aus. Es könnte rund 1500 Haushalte mit sauberer Energie versorgen und soll fünf Millionen Euro kosten.

Jetzt müssen laut Stadtwerke neben der Kommission auch das Umweltreferat der Stadt und die Regierung von Oberbayern zustimmen, die für den Müllberg „Nord-West“ zuständig ist, auf dem das Fundament für den Riesen-Rotor entstehen soll. Ursprünglich hatten die Stadtwerke sogar noch ein weiteres Windrad in Garching geplant.

1500 neue Anlagen für den Freistaat

Windenergie – das klingt nach Nordsee oder anderen stürmischen Gebieten. Im Freistaat Bayern aber macht der Anteil der Windkraft an erneuerbaren Energien mittlerweile immerhin auch 3,1 Prozent aus.

Bislang gibt’s bei uns laut Energieatlas Bayern der Staatsregierung 521 Windkraftanlagen. Zum Vergleich: In anderen Bundesländern wie Niedersachsen sind es mehrere Tausend. Dort ist der Platz erschöpft – in Bayern aber ist noch viel Potenzial. Vor allem seit dem Reaktorunglück in Fukushima setzt Bayern stärker auf erneuerbare Energien. Wind ist dabei eine der kostengünstigsten Varianten.

Weil der Wind in Bayern im Deutschlandvergleich schwach weht, müssen die Anlagen leistungsstärker und höher gebaut werden. Das neue Konzept „Energie innovativ“ sieht vor, die heimische Windenergie bis zum Jahr 2021 um ein Zehnfaches auszubauen und statt wie bisher ein Prozent dann sechs bis zehn Prozent des Stromverbrauchs damit zu decken. Das heißt: Es werden 1000 bis 1500 neue Windkraftanlagen kommen!

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Die meiste Windkraft wird aufgrund der guten Windverhältnisse im Raum Würzburg erzeugt. Im Süden Bayerns dominieren kleine Anlagen (siehe Grafik links) mit einer Höhe unter 20 Metern und einer Maximal-Leistung von 70 kWh, im Norden des Freistaats gibt es vorrangig die großen Räder, die bei den Anwohnern so unbeliebt und umkämpft sind.

Auch wenn viele Bayern für die Energiewende sind, wollen die wenigsten ein Windrad vor der Haustür stehen haben. Beim Thema Windenergie wird es noch viele Diskussionen geben.

Windkraft im Freistaat in Zahlen
Anzahl Windanlagen 521
Stromerzeugung 759 Millionen kWh
Versorgung 200 000 Haushalte

Quelle: www.energieatlas.bayern.de

David Costanzo/nba

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