Magnus Bauch bildet auf Insel Kollegen aus

Auf Bali hat er ein gutes Bauch-Gefühl

Magnus Bauch mit seiner Ehefrau Parwathi. Sie sind seit 1974 verheiratet

München - Dass Bali und Bayern einiges gemeinsam haben, leuchtet erst auf den zweiten Blick ein, oder wenn man die Geschichte von Magnus Bauch kennt.

Bali ist die „Insel der Götter“. Moosbewachsene Tempel und Frauen, die auf ihren Köpfen hohe Türme mit Opfergaben tragen, prägen das Bild der indonesischen Insel. Dass Bali und Bayern einiges gemeinsam haben, leuchtet erst auf den zweiten Blick ein, oder wenn man die Geschichte von Magnus Bauch kennt.

„Die Menschen auf Bali sind noch sehr stark mit ihrer Religion verbunden, so wie auch hier noch vielfach die Menschen auf dem Land. Und auch die Berge auf Bali sind mindestens ebenso reizvoll wie die bayerischen Voralpen“, erzählt der Traditions-Metzger aus der Thalkirchnerstraße. Nach Bali hat es den damaligen Lehring mit 17 Jahren verschlagen. Er sollte seinen Kollegen von der Insel das Wursten beibringen, eine Metzgerei aufbauen und dann in seine bayerische Heimat zurückkehren. Bauch hat den Balinesen durchaus gezeigt, wie man Leberkäs, Weißwürste und Co. macht. Und zurückgekehrt ist er auch – vier Monate später – und mit einer balinesischen Ehefrau. Das war 1974.

Der Münchner Traditionsmetzger Bauch mit seinen Weißwürsten

Seither lebt das Paar einen bayerisch-balinesischen Traum, der wie eine Märchengeschichte klingt: Bauchs Ehefrau Parwathi stammt aus dem Künstlerstädtchen Ubud, das vor allem für Malerei, Textilkunst sowie Holzschnitzereien bekannt ist. Sie hat sich schnell eingelebt in der Heimat ihres Magnus, arbeitet seit vielen Jahren im Betrieb mit, liebt Wiener Würstl und trägt auch gerne mal ein fesches Dirndl. Magnus Bauch hat ihr zuliebe nach einem balinesischen Originalrezept die „pikante Zwiebelbratwurst mit Knoblauch kreiert“ – auf Bali heißt sie Urutan – und zusammen haben sich die beiden einen ihrer sehnlichsten Wünsche erfüllt: 1993 haben sie im Nordwesten der Insel ein Grundstück gekauft und darauf eine 5-Sterne-Hotelanlage errichtet: das Matahari Beach Resort & Spa. 16 luxuriöse Bungalows mit edlem balinesischen Interieur stehen verstreut in einem tropischen Park, dessen Natursteinwege duftende Jasminsträucher und leuchtende Hibiskus- und Oleanderbüsche zieren. Das Spa des Resorts ist nach Parwathi benannt und sieht aus wie ein balinesischer Wasserpalast.

Auf der indonesischen Insel betreibt er ein 5-Sterne-Hotel

Bali ist Bauchs zweites Zuhause. Drei Monate im Jahr verbringt Bauch hier. Heimweh hat der traditionsbewusste Münchner nicht, denn seine geliebten Weißwürste, die gibt es auch im Matahari. Die hiesigen Metzgerköche hat Bauch alle selbst ausgebildet, einige seiner Mitarbeiter hat er sogar schon zur Fortbildung in Münchner Gastronomiebetriebe geschickt.

„Meine Leute machen Weißwürste, die den „echten“ Münchnern in nichts nachstehen – und die kann der Gast auf besonderen Wunsch auch bestellen“, erklärt Bauch. Und so sitzt man hier beim Frühstück auf Bali in der Sonne, lauscht der traditionellen Gamelan-Musik und isst dazu Weißwurst mit Brezn – gelungener könnte eine bayerisch-balinesische Mischung nicht sein.

Susanne Wess

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