Die Rache des Bruder Barnabas

München - Beim "Aschermittwoch der Kabarettisten" am Mittwochabend im Deutschen Theater sind wieder einige Leckerbissen zu erwarten. Auch der Nockherberg 2010 könnte eine Rolle spielen.

Mit fiesen Blick stürzt sich Michael Lerchenberg auf seinen Kollegen „Fonsi“ Christian Springer und würgt ihn von hinten. „Du hast mich um Kopf und Kragen geschrieben“, faucht er und spielt damit auf die gemeinsam verfasste Rede auf dem Nockherberg 2010 mit dem bekannten KZ-Vergleich an, der für beide das Aus beim Derblecken zur Folge hatte.

Die Rache des Bruder Barnabas – sie ist freilich nur gespielt.

„Du hast mich aus dem Nockherberg rausgeschrieben!“ Michael Lerchenberg albert mit seinem ehemaligen Co-Autor Christian Springer herum.

Aber bei der Pressekonferenz am Montag anlässlich des „Aschermittwochs der Kabarettisten“ am Mittwochabend im Deutschen Theater (ausverkauft, ab 21.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen) zeigte nicht nur diese Szene, dass das Thema Nockherberg bei den beiden geschassten Herren auch knapp ein Jahr danach nicht ganz verdaut ist. „Ich will nicht zu viel verraten“, sagte der Barnabas-Veteran Lerchenberg zur tz. „Aber es könnte sein, dass der Nockherberg auch am Aschermittwoch vielleicht ein Thema wird.“

Hämisch solle das Ganze aber nicht werden. „Wir waren am Nockherberg sehr treffend. Ich verspüre keinen Nachhholbedarf, was die Schärfe meines Programms angeht.“ Springer und Lerchenberg wollen Stärke demonstrieren. Deshalb werden sie auch der Einladung der Brauerei zum Derblecken am 23. März folgen. „Wir haben ja ein wunderbares Verhältnis zur Brauerei. Und zum ersten Mal muss ich mir dann keine Glatze aufkleben lassen, kann Bier trinken und essen – Ich freu’ mich richtig drauf“, sagt der ehemalige Fastenprediger.

Sein Co-Autor kann sich ein paar Sticheleien nicht verkneifen. „Wer weiß? Vielleicht sitzen wir dann bei allen Ausgedienten wie Stoiber oder Vogel – und all den anderen Sündern …“ Gespielt nachdenklich tritt er nach: „Ich hab’ schon vergangenes Jahr gesagt: Wir beide werden nächstes Jahr wieder da sein, die Frage ist, ob alle Politiker da sein werden – und siehe da: Es fehlen schon ein paar…“

Die beiden Freunde betonen aber, dass sie der Nachfolgerin und Freundin Luise Kinseher voll und ganz vertrauen würden. Ganz so entspannt konnte Otti Fischer, der mit den beiden noch an der ersten gemeinsamen Gstanzl-Einlage für den Auftritt am Aschermittwoch feilt, nicht sein. „Deine Mutter ist im Krankenhaus“, flüsterte ihm sein Begleiter zu. Später sagte Fischer zur tz: „Es sind wohl Gallensteine – aber ich habe meinen Bruder noch nicht erreicht.“

Mit Otti, Lerchenberg und Springer werden heuer auch noch Lisa Fitz, Bernd Regenauer, Werner Schneyder und HG Butzko auf der Bühne stehen, es spielt das Pasadena Roof Orchestra. Die Kabarettisten versprechen: „Es wird nicht nur um Guttenberg gehen.“ Lesen Sie unten Sprüche von gestern als Vorgeschmack auf Mittwoch:

Nina Bautz

Das erwartet die Zuschauer: 

 „Der Aschermittwoch ist der kleine Bruder des Derbleckens. Und bekanntlich muss der kleine Bruder Zeug vom großen auftragen – deshalb haben wir jetzt den Lerchenberg.“ (Künstleragent Roland Forster)

„Über Guttenberg machen wir wenig – wir wollen ja nicht in laufende Strafverfahren eingreifen.“ (Christian Springer )

 „Berlusconi – der Mann, dem die Wählerinnen die Stange halten.“ (Lisa Fitz)

„Ich werde beweisen, dass der Evangele historisch nicht zu Deutschland gehört“ (Christian Springer in Anspielung auf Hans-Peter Friedrichs Bemerkung zum Islam) 

 „Thema wird auch der Umgang mit Diktatoren sein – zum Beispiel, dass unser Münchner Polizeipräsident sich mit dem Gaddafi-Sohn trifft – so eine Sonderbehandlung würden sich viele Schwarzfahrer wünschen.“ (C. Springer)

 „Ich habe noch alte Guttenberg-Nummern, von denen werde ich abkupfern.“ (Otti Fischer)

Rubriklistenbild: © Michael Westermann

auch interessant

Meistgelesen

Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt

Kommentare