Die miese Masche der Scheckbetrüger

Ein gefälschter Scheck voller Rechtschreibfehler (z.B. "Ausstaller" statt "Aussteller")

München - Der Trick ist gut. So gut, dass selbst Rechtsanwälte und Journalisten schon darauf hereingefallen sind. Die Polizei warnt vor einer miesen Masche von Scheckbetrügern.

Weil die Betrüger vom Ausland aus agieren, scheitert jede Ermittlung meist im Ansatz. Darum setzen Kriminalhauptkommissar Nikolaus Papoutsoglou und Oberkommissar Jens Becker nun auf Prävention. Ein potentielles Opfer ist jeder, der im Internet etwas zu verkaufen hat. Vom einfachen Maßkrug für 30 Euro bishin zum Auto. Die Interessenten melden sich aus dem Ausland, oft aus England. Ist man sich handelseinig geworden kommt ein Scheck – seltsamerweise ein Vielfaches dessen, was ausgemacht war. In Einzelfällen sogar bis zu 20 000 Euro zuviel: „Das wird dann als Irrtum deklariert – weil die Sekretärin geschlampt hat oder die Differenz für den Spediteur bestimmt war.“

In jedem Fall wird das verwunderte Opfer aufgefordert, den Differenz-Betrag zurückzuerstatten – nicht per (sicherer) Überweisung, sondern per Moneytransfer. Vorsicht! Die Schecks nämlich sind gefälscht. Sie werden von den Banken bis zur vollständigen Prüfung nur mit dem Zusatz „E.V.“ („Eingang vorbehalten“) gutgeschrieben und platzen garantiert – Wochen, Monate oder gar erst Jahre später! Die Bank haftet nicht. Auch das Geld vom Moneytransfer ist weg. Die Täter erfanden sogar schon den Tod der eigenen Kinder, um Rückerstattungen auf die Mitleidsmasche zu beschleunigen. Laut BKA-Schätzung werden weltweit täglich Tausende Kaufanfragen verschickt. Allein in München erfährt die Polizei wöchentlich von zwei Fällen, bundesweit sind es 40. Jeder Fünfte fällt drauf rein. Ein Milliardengeschäft für die internationale Scheck-Mafia.

D. Plange

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das?

So schützen Sie sich

Mit ein bisschen Vorsicht lässt sich der Scheckbetrug rasch entlarven. Die in- und ausländischen Scheckformulare nämlich sind oft so schlecht gefälscht, dass sie vor Rechtschreibfehlern nur so wimmeln. Grundsätzlich empfehlen die Münchner Kommissare vom zuständigen Betrugskommissariat K74 (Tel. 089/29 10-0), Geldtransfer ins Ausland ausschließlich per Überweisung zu tätigen. Zudem ist es ein großes Risiko, Schecks von Unbekannten anzunehmen. In einigen Fällen lullten die Täter ihre Opfer dermaßen ein, dass die glaubten, einen neuen Freund gewonnen zu haben. Dabei gewährten die Täter den Opfern sogar scheinbare Einblicke in ihr Privatleben und unterschrieben ihre Briefe mit einem schwülstigen „God bless you“ (Gott schütze Dich). Im Zweifelsfall: Immer die Polizei um Rat fragen.

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