Ausspähen, umarmen und ausrauben

Die miese Masche der zärtlichen Diebinnen

München - Zuckersüß und so gemein – das ist der neueste Kuschel-Trick einer nur aus Frauen bestehenden Diebesbande, die bereits seit Jahresbeginn landauf landab mit Erfolg Senioren um ihr Geld bringt.

Zuckersüß und so gemein – das ist der neueste Kuschel-Trick einer nur aus Frauen bestehenden Diebesbande, die bereits seit Jahresbeginn landauf landab und überwiegend im Norden Bayerns mit Erfolg Senioren um ihr Geld bringt. Zielgruppe: Ältere Herren, die in der Bank oder am Bankomaten beim Geldabheben ausgespäht werden.

Ob es sich nur um ein lokales oder demnächst auch bayernweites Phänomen handeln wird, ist noch nicht ganz klar: „Da hat sich offensichtlich eine Tätergruppe auf diese Masche spezialisiert. In München wurden unserem zuständigen Kommissariat 65 noch keine solche Fälle gemeldet. Aber wir haben das genau im Auge“, bestätigt Reinhold Bergmann, Sprecher der Münchner Polizei.

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Die Methode ist immer dieselbe: Auf dem Rückweg von der Bank werden die ahnungslosen Rentner plötzlich von einer netten Frau mit flehentlichem Dackelblick mitten auf der Straße um „ein wenig Geld“ gebeten. Die meisten geben gern einen Euro oder zwei. Und schon geht das Theater los: Mit überschwänglicher Dankbarkeit fallen die Frauen entzückt über den völlig überraschten Mann her. Da wird gebusselt und gestreichelt und gedrückt – solange bis die infamen Diebinnen die Geldbörse aus der Tasche gezogen haben.

Auf diese Weise verlor zuletzt ein Rentner am 24. Oktober in Sulzbach-Rosenberg rund 1000 Euro. Ein spanischer Tourist in Iphofen bei Kitzingen bemerkte den Diebstahl und wollte die Täterin festhalten. Da schlug und biss sie ihn so heftig, dass er sie loslassen musste.

Gegen derartige Überfälle hilft nur eines: Abstand! Grundsätzlich ist höchste Wachsamkeit erforderlich, wenn Fremde plötzlich auf Tuchfühlung gehen.

Tricks mit Tuchfühlung

Der Trick mit der Tuchfühlung wird – in immer neuen Abwandlungen – von Trickdieben häufig mit großem Erfolg angewendet. Alljährlich auf dem Oktoberfest sind die sogenannten Bussi-Bussi-Täterinnen unterwegs, die angetrunkene Männer mitten auf der Straße zum Tanzen auffordern oder gleich zur Sache kommen. Auch auf dem Hügel hinter den Zelten, wo Betrunkene ihren Rausch ausschlafen, sind diese Frauen aktiv. Vor einigen Jahren wurde solch ein infames Duo sogar dabei gefilmt. Die eine hielt den am Boden liegenden Mann das Händchen, während die Komplizin ihm die Taschen ausräumte.

Im November 2010 sorgte eine Tätergruppe in München für Schlagzeilen, die sechs Senioren beim Abheben der Rente ausspähte und bis zur Haustür verfolgte. Dort wurden die Opfer mit einem Stadtplan abgelenkt und dabei hemmungslos beklaut. Drei der Täter wurden kurz darauf bei einem Diebstahl gefasst und anhand der Bank-Überwachungsfotos identifiziert.

Dorita Plange

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