Täter geben sich als Kommissare aus

Mieser Trick: Falsche Polizisten zocken Rentner ab

München - Achtung vor dieser neuen Betrugsmasche: Seit Ende vergangenen Jahres ist eine Bande in München und im Umland aktiv, die versucht, Rentner um ihr Erspartes zu bringen. Besonders hinterhältig: Die Täter geben sich am Telefon als Polizisten aus.

Die Verbrecher tun am Telefon so, als ob sie die Senioren vor Verbrechern schützen wollten. Doch die angeblichen Kommissare haben nur eines im Sinn: ihre Opfer eiskalt abzuzocken!

Bereits zwei Münchnerinnen (84 und 91) haben die falschen Polizisten mit dieser Masche ausgenommen. Ihre Beute: Mehr als 10.000 Euro! Das erste Mal erfolgreich waren die Betrüger bei einer 91-jährigen Dame aus Grünwald. Am 30. Dezember erhielt die Rentnerin um die Mittagszeit einen Anruf. Der Mann am Ende der Leitung stellte sich als „Kommissar Gerstl“ vor. Er schüchterte die Seniorin ein und sagte, dass sie sich in großer Gefahr befinde. Um den „Gangster fangen“ zu können, bräuchte die Polizei aber ihre Hilfe. Der falsche Kommissar wies die 91-Jährige an, ihre Wertsachen in einen Beutel zu stecken und diesen vor die Tür zu stellen. Ein Zivilpolizist namens „Scholz“ werde dann den Beutel abholen. Die Frau folgte der Anweisung – und zehn Minuten später war der Beutel mit Schmuck und Bargeld im Wert von gut 10.000 Euro verschwunden.

Mit diesem Trick zockten offenbar dieselben Täter auch eine Rentnerin aus Moosach ab. Am Montag gegen 10.30 Uhr erhielt eine 84-Jährige den Anruf eines angeblichen Kriminalbeamten namens „Funke“. Der falsche Polizist behauptete, dass die Seniorin observiert worden sei und ein Überfall auf sie geplant sei.

Er und sein Kollege „Breitenbach“ könnten die Seniorin aber schützen, wenn sie Bargeld in einen Beutel packe und diesen vor die Tür lege. Die Moosacherin war so geschockt, dass sie einen Stoffbeutel mit wenigen hundert Euro vor den Eingang stellte. Dieser wurde von einem Mann abgeholt, den die Rentnerin allerdings nur von hinten sehen konnte.

Die Münchner Polizei geht davon aus, dass die Betrüger weiter ihr Unwesen treiben. In mindestens 14 weiteren Fällen blieb es beim Versuch, weil die Senioren den falschen Polzisten am Telefon nicht glaubten. Polizeisprecher Peter Beck: „Rufen Sie bei Zweifeln sofort die 110 an.“

JAM

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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