Miet-Alarm in München

München - Die Wohnungsnot in München wird immer drastischer. 31.000 Quartiere fehlen. Mittlerweile werden auch Industrie- und Gewerbegebiete zu Wohnvierteln umgewandelt.

Die Wohnungsnot in München, eh schon schlimm genug: Sie wird noch krasser. Einer Studie zufolge fehlen derzeit schon 31 000 Wohnungen. Und es werden wohl noch mehr… Der Haus- und Grundbesitzerverein München geht davon aus, dass jedes Jahr Bedarf für 14 000 neue Wohnungen da wäre, während tatsächlich aber nur 5000 hinzukommen. Die Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen werden immer länger.

"Unser München": Münchner Stadtteile im Porträt

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Dass die Lage so schlimm ist, dafür macht der Vorsitzende der Haus+Grund München, Rudolf Stürzer, auch die Stadtverwaltung verantwortlich. „Schon 2007 meldete die Stadt, dass ,nur noch‘ Flächen für 55 000 bis 60 000 Wohnungen in der Stadt vorhanden sind“, so Stürzer. Im vergangenen August war immer noch Platz für 60 000 Wohnungen, obwohl mittlerweile 25 000 neue gebaut wurden. Stürzer spricht von „trägen Genehmigungsverfahren“ sowie langwierigen Verhandlungen bei städtebaulichen Verträgen mit den Bauträgern. Vor allem in großen Neubaugebieten in Freiham und den ehemaligen Kasernenflächen gehe es nur zäh mit dem Wohnbau voran, beklagt Stürzer.

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Und wenn doch gebaut wird, dann investierten die Leute eher in Eigentum. Stürzer: „Der Mietwohnungsbau ist fast zum Erliegen gekommen.“ Der Kauf einer Wohnung als Geldanlage rentiere sich nicht. Stürzer: „Man zahlt in den ersten Jahren ein Drittel mehr für die Tilgung, als man an Miete einnimmt.“ Damit der Mietwohnungsbau wieder attraktiv für Investoren werde, fordert Stürzer: Die 2005 abgeschaffte degressive Abschreibung muss wieder her – spezielle Steuervergünstigungen für Leute, die Mietwohnungen bauen.

Ein weiterer Ansatz zur Lösung: Mittlerweile werden auch Industrie- und Gewerbegebiete zu Wohnvierteln umgewandelt.

Johannes Welte

Knorrbremse: Apartments statt Büros

In Milbertshofen errichtet die Bayerische Hausbau ab 2014 in Zusammenarbeit mit der Knorr Gruppe auf dem ehemaligen Parkplatz der Bremsenfabrik ein Wohngebiet für 350 Familien. Eigentlich war hier der Olympia Business Park geplant, der nun zum Olympia Wohn Park wird. Auf den Nachbarflächen stehen die Kolpingschule und das Leonardo Hotel. ­Südlich der Wohnungen ist ein Büroturm geplant.

Neue Heimat zwischen Kraftwerk und Containern

In Unterföhring hat die Bayerische Hausbau im Schatten des Kraftwerks München Nord die Terrassengärten errichtet. Pro Quadratmeter blätterte man dort im Schnitt 2750 Euro hin. Auf der Nordseite befindet sich ein Container-Lager, wo sich die Behälter zwölf Meter hoch an der Grundstücksgrenze stapeln, außerdem wird das Areal auf zwei Seiten von Bahnlinien begrenzt. Die Wohnungen sind alle längst ­verkauft.

Rubriklistenbild: © Bodmer

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