UN-Tribunal: Ratko Mladic zu lebenslanger Haft verurteilt

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Utopische Quadratmeterpreise

Miete: München liegt 65 Prozent über dem Schnitt

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Ein Panorama der Stadt München - inklusive Frauen- und Theatinerkirche sowie dem Fernsehturm.

München - München ist nicht nur ein teures Pflaster, sondern was die Mieten in der Landeshauptstadt betrifft sogar die teuerste Stadt in ganz Deutschland - und das mit Abstand. Ein neuer Mietspiegel zeigt, wie utopisch die Zahlen tatsächlich sind.

Wir haben ja gewusst, dass es teuer ist, in München zu wohnen. Aber dass es gleich dermaßen utopisch ist – Wahnsinn … Neue Zahlen des Hamburger Unternehmens F+B zeigen im deutschlandweiten Vergleich: München ist die teuerste Miet-Stadt, und zwar mit riesigem Abstand! Für eine Wohnung mit 65 Quadratmetern und mittlerer Ausstattung waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 10,25 Euro pro Quadratmeter und Monat fällig. Netto! Kalt! Wohlgemerkt: Das gilt für Bestandswohnungen. Bei Neubauten liegt der Wert nochmal deutlich höher …
Die Ausgangszahlen stammen aus den Mietspiegeln. Das sind die offiziellen Erhebungen, mit denen die so genannten „ortsüblichen Vergleichsmieten“ ermittelt werden. Ganz offiziell und im Auftrag der Kommunen.
Auf Nummer zwei der Liste folgt Germering (also direkt vor der Münchner Haustür) mit 8,63 Euro. Die erste Stadt der Untersuchung, die räumlich deutlich von München entfernt liegt, ist Stuttgart (Platz 3, Miete 8,19 Euro, siehe Tabelle rechts).
Michael Clar, Geschäftsführer von F+B, stellt ein Ungleichgewicht fest. Er sagt: „Die Münchner liegen 65 Prozent über den 6,21 Euro, die im Schnitt gezahlt werden.“ Also: Wir blechen mehr als eineinhalb Mal so viel Miete wie der Durchschnitts-Deutsche. Und die Schere geht immer weiter auseinander. Deutschlandweit sind die Mieten im Schnitt zuletzt um 1,3 Prozent gestiegen – das entspricht ziemlich genau der Steigerung aus dem Vorjahr. Allerdings: In München wurde es (je nach Wohnungstyp und Lage) teilweise gleich um sechs Prozent teurer.

Uli Heichele

Mieterverein: Gegen die maßlose Überteuerung helfen nur Neubauten

Was ist der Grund für den Münchner Miet-Wahnsinn? Und wie kann’s besser werden? Drei Fragen an Anja Franz vom Münchner Mieterverein:

Warum ist München im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten so extrem teuer?

Franz: Der große Bedarf und die hohe Nachfrage nach Wohnungen ist der Grund für die horrenden Mieten. Die sehr gute geografische Lage, die guten wirtschaftlichen Kapazitäten, die Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten machen München für Zuwanderer sehr attraktiv. Somit gilt München als eine sehr beliebte Stadt. Die Nachfrage überwiegt das Angebot. Diese Ungleichheit bietet den Vermietern die Möglichkeit, derart hohe Preise zu verlangen.

Ist das Ende der Fahnenstange erreicht oder steigen die Mieten weiter?

Franz: Es sieht nicht danach aus, dass die Mietpreise ohne konkrete Maßnahmen sinken bzw. nicht mehr ansteigen. Zurzeit wird eine Mietpreisbremse diskutiert. Diese Regelung stellt eine gesetzliche Obergrenze für Mieten dar. Falls sie in Kraft tritt, bedeutet das aber keine sofortige Lösung des Problems, da die Maßnahme nur für neu vermietete Wohnungen gilt. Die Miete in den derzeit besetzten Wohnungen wird nicht sinken. Die Ungleichheit zwischen Nachfrage und Angebot wird nicht gelöst und die Wohnungsnot nicht direkt gemindert, da die Miete in den bezogenen Wohnungen bestehen bleibt.

Was könnte die Politik jetzt ganz konkret tun, damit es besser wird?

Franz: Förderungen – wie Zuschüsse vom Staat – würden das Gegenteil bewirken. Die überteuerten Mietpreise würden damit geradezu gefördert. Die Höhe der Miete bliebe bestehen und vom Land akzeptiert. Der Ausweg aus dem Problem ist der Bau neuer Wohnungen. Die Wohnungsnot würde gelöst. Folglich wäre die Nachfrage besser gedeckt, die Mietpreise würden sinken.

ske

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