Neue Offensive gegen Wucher-Preise

Mieterbund will gesetzliche Höchstmiete

+
Beatrix Zurek, Vorsitzende des Mietervereins .

München - Wucherpreise und kaum Wohnungen: Der Mietmarkt in München ist zum Verzweifeln! Der Mieterbund und der Mietverein gehen dagegen jetzt vor.

Vor allem bei Neuvermietungen sind die Preise explodiert. Mieterbund und Mieterverein fordern jetzt, den Wucher zu stoppen. Sollte das nicht geschehen, können sich Normalverdiener bald keine Wohnung mehr leisten.

Die Forderung der Mieter-Vertreter: Nach einem Mieterwechsel dürften die Kosten für eine Wohnung – sofern sie nicht modernisiert worden ist – um nur noch maximal zehn Prozent des ortsüblichen Mietspreises erhöht werden. Beatrix Zurek, Vorsitzende des Müncher Mietervereins würden schon 15 Prozent reichen. Konkret bedeutet das: Zahlt der alte Mieter zum Beispiel 14 Euro pro Quadratmeter – ein in Schwabig durchaus üblicher Preis – darf der Vermieter vom Nachfolger nicht mehr als 16,10 Euro pro Quadratmeter verlangen.

Wer in der Landeshauptstadt wohnen möchte, muss tief in die Tasche greifen: „Bis zu 50 Prozent des Einkommens gehen für die Miete drauf“, sagt Zurek. Damit ist München nach wie vor die teuerste Stadt der Republik. Im Bundesdurchschnitt müssen die Deutschen nämlich „nur“ ein Drittel ihre Einkommes für Wohnraum ausgeben. Trotzdem: Die Beliebtheit der selbsternannten Weltstadt mit Herz ist ungebrochen. Immer mehr Leute wollen in München wohnen, bald ist die 1,5-Millionen-Einwohner-Marke geknackt. Doch wohin mit all den Leuten?

Derzeit fehlen nach Angaben des Deutschen Mieterbundes 31 000 Wohnungen in der Stadt. „Platz ist noch für 48 000 Wohnungen“, sagt Zurek. Mehr Platz gebe es einfach nicht mehr innerhalb der Stadt.

Große Sorgen bereitet dem Mieterbund auch ein neues Gesetz, das 2013 kommen könnte. Es drohe eine Aushöhlung des Mietrechts, heißt es. Die Änderungen beschneiden Mieterrechte oder schaffen sie ab und erweitern gleichzeitig die Rechte des Vermieters – so die Überzeugung des Mieterbundes.

Das sieht das Gesetz vor:

Volle Miete: Der Mieter kann während energetischer Sanierungen die Miete nicht mehr mindern.

Kaution: Zahlt der Mieter die Kaution unpünktlich ein, kann der Vermieter ihm fristlos kündigen.

Räumung: Der Vermieter kann den Mieter leichter los werden. Eine Räumung muss nicht mehr per Urteil vom Gericht angeordnet werden, eine einstweilige Verfügung reicht aus. Das Gesetz muss aber erst noch den Bundestag passieren.

Eva Dobler

auch interessant

Meistgelesen

So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Tagesmutter in U-Haft hat früher wohl schon zugeschlagen
Tagesmutter in U-Haft hat früher wohl schon zugeschlagen

Kommentare