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Mietmarkt München: So wird Wohnen wieder bezahlbar

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Von: Nadja Hoffmann

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Teures Pflaster: In München sind die Mieten mitunter astronomisch hoch.
Teures Pflaster: In München sind die Mieten mitunter astronomisch hoch. © Jens Hartmann fuer tz

Bezahlbarer Wohnraum ist in München das großes Thema. Bewegung auf dem Markt bringt eine neue Stiftung: Sie kann es den Genossenschaften erleichtern, Häuser zu erwerben. Und soll das Zusammenleben fördern. Davon profitieren am Ende die Mieter.

München gilt zurecht als schönste Stadt der Republik, aber eben auch als ihr teuerstes Pflaster. Hier zu wohnen – das muss man sich leisten können. Astronomische Mieten und befristete Verträge sind eine Seite der Medaille. Zum Glück gibt es aber auch eine andere, die jetzt aufpoliert wird. Neu in der Stadt gibt es die gemeinnützige Stiftung „Daheim im Viertel“, die zwei große Ziele hat: Das Zusammenleben zu unterstützen und moderate Mieten zu ermöglichen.

Soziales Engagement in den Vierteln unterstützen

Der Stiftung geht es primär um einen Dreiklang, betonte Vorstand Christian Stupka bei einem Pressegespräch am Freitag: sichere und bezahlbare Wohnungen, eine gute Hausgemeinschaft und ein intaktes Viertel. Projekte und soziales Engagement sollen dementsprechend unterstützt werden. Vieles ist noch in der Planung, soll mit Partnern abgesprochen werden. Fest stehe jedoch, dass es im kommenden Jahr einen Nachbarschaftspreis geben soll, der erstmals ausgeschrieben und mit 30 000 Euro dotiert ist.

Zusammenschluss von 35 Genossenschaften

Hinter der Stiftung steht die Gima München – ein Zusammenschluss von 35 Genossenschaften und sozial orientierten Unternehmen. „Wir haben 40 000 Wohnungen im Bestand“, erklärte Stupka. Dass es dabei nicht bleiben soll, dürfte die Münchner freuen. Denn die Gima-Mitglieder stehen für bezahlbare Mieten und unbefristete Verträge. Unterstützt wird Daheim im Viertel zudem von einer vermögenden Familie, die laut Stupka Gutes tun, aber ungenannt bleiben will. Mit ihrer Hilfe verfügt die Stiftung, die erst vor wenigen Tagen ihre Anerkennungsurkunde von Oberbayerns Regierungspräsidentin Maria Els bekommen hat, über folgendes Startpolster: ein Grundstock über 200 000 Euro und ein Verbrauchsvermögen von 60 000 Euro.

Haus-Erwerb für soziales Zwecke erleichtern

Ein Teil des Geldes werde dafür verwendet, dem festgelegten Stiftungszwecken nachzukommen und in den Vierteln Gutes zu tun. Viel Geld wird die Stiftung aber künftig auch dann in die Hand nehmen, wenn sie sich direkt für bezahlbaren Wohnraum einsetzt. Denn: Mit den sozial-orientiertem Genossenschafts-System sympathisieren auch viele Immobilien-Besitzer, wenn sie über einen Verkauf nachdenken. Nur können sie ihre Gebäude einer Genossenschaft nicht einfach zu einem billigeren Preis als geben, erklärt Stupka – ohne das steuerliche Nachteile entstehen.

An diesem Punkt kommt die Stiftung ins Spiel: Sie ermöglicht faire Preise. Heißt konkret: Der Hausbesitzer kann zu dem Preis verkaufen, den er will – ohne Steuer-Aufpreis. Er kann sogar vertraglich festlegen, wie hoch die Mieten künftig sein sollen und sicherstellen, dass niemand aus dem Haus fliegt. Entsprechend positiv bewertet sie Oberbürgermeister Dieter Reiter. „Viele Hauseigentümer kümmern sich liebevoll um ihre Eigentum und wollen sicherstellen, dass ihre Mieter langfristig dort wohnen und es sich leisten können.“ Die neue Stiftung biete hier ein gutes Angebot.

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