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Miet-Explosion: Das erwarten die Experten

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München ist als Wohnstandort beliebt. Durch die starke Nachfrage steigen die Mieten in der Landeshauptstadt weiter an. © dpa

München - München ist und bleibt für Mieter eines der teuersten Pflaster. Die aktuelle Wirtschaftskrise hat hier nicht wie andernorts für sinkende Preise gesorgt.

Grafik:

Mietpreise im Raum München im Vergleich (pdf)

Schlechte Nachrichten für Münchner Mieter: Trotz Finanzkrise steigen die Mieten weiter an. „Es sind derzeit keine nennenswerten Bremsspuren durch die Finanzmarktkrise zu verzeichnen“, erklärt Professor Stephan Kippes, Leiter des Immobilienverbandes IVD. Laut vorgelegtem Herbstbericht ist im Segment der Altbauwohnungen sogar ein neuer Höchstwert erreicht worden: Wer in einem schönen Wohngebiet leben möchte, der muss für eine durchschnittliche Wohnung 13,10 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete berappen!

Grund für das hohe Mietniveau sei die geringe Bautätigkeit. Die Zahl der Baugenehmigungen sei zwischen 1998 und 2008 in einigen Landkreisen des Großraumes München stark zurückgegangen, Spitzenreiter ist Ebersberg um minus 59,6 Prozent. Gleichzeitig nehme die Zahl der privaten Haushalte zu: „Immer mehr Menschen leben alleine“, erläutert Kippes. Durch den gestiegenen Wohnungsbedarf käme es zu immer größeren Engpässen auf dem Mietmarkt. „Und auch die Nebenkosten haben seit 2005 in Bayern um bis zu 23,4 Prozent im Bereich der Energieversorgung zugenommen.“

- Die Mieten für Altbauwohnungen haben in München einen neuen Höchstwert erreicht. Mit 13,10 Euro liegen sie um 0,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Ein Spitzenwert in Bayern: Denn im Durchschnitt muss hier lediglich 6,80 Euro gezahlt werden.

- Gestiegen sind auch die Preise für Bestandswohnungen mit einem Baujahr nach 1950. Sie machen den größten Anteil am Münchner Wohnungsmarkt aus. Mit 12,10 Euro pro Quadratmeter liegen sie 0,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Teurer als München ist das Wohnen nur in Grünwald und Starnberg: Hier kostet der Quadratmeter 14,20 Euro bzw. 12,90 Euro Miete.

- Lediglich im Bereich der Neubauwohnungen bleiben die Preise vorerst stabil. München liegt hier mit 13 Euro an der Spitze im bayerischen Städtevergleich. Denn Neubau ist begehrt: „Häufig geben die Menschen lieber ein wenig mehr für die Miete aus, dafür suchen sie sich Wohnungen, bei denen das energetische Konzept stimmt“, berichtet Kippers.

- Die Mieten für Reihenmittelhäuser steigen in München auf 1560 Euro pro Objekt an (+2 Prozent), bei Neubezug auf 1660 Euro (+1,8).

- Bei den Doppelhaushälften in München und ganz Bayern sind die Preise für Bestandsobjekte ebenfalls gestiegen (1850 Euro, +2,8), die Miete für Neubauobjekte hat sich auf Vorjahresniveau eingependelt (2170 Euro, +1,9).

- Auch die Zukunft sehen die Experten kritisch: Sinkende Mieten sind für München kaum vorstellbar, da es viel weniger Wohnungen auf dem Markt gibt, als benötigt werden. Auch die Neubautätigkeit werde nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Um passende Unterkünfte zu finden, müssten Interessenten immer mehr in die Randbereiche ausweichen. „Das bringt aber nicht mal eine Ersparnis“, ist sich die Expertenrunde des IVD einig: Im S-Bahnbereich seien die Mieten kaum günstiger und zwischen den Verkehrsachsen sei man auf ein Auto angewiesen.

D. Millgramm

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