Mietpreise in München weiter gestiegen

München - Wohnen in der bayerischen Landeshauptstadt wird immer teurer. Die Mieten sind seit dem Frühjahr für Altbauwohnungen um 1,5 Prozent gestiegen und bei Neubauten um 1,4 Prozent.

Regelmäßig präsentiert die Stadt stolz neue Rekorde – auf einen würden die Münchner Mieter liebend gerne verzichten. Auch in diesem Jahr ist München die teuerste Stadt Deutschlands, die Mieten sind weiter gestiegen und erreichen neue Rekordwerte.

Das ergibt sich aus dem traditionellen Marktbericht des Immmobilienverbands Deutschland (IVD), der gestern vorgestellt wurde. Für „guten Wohnwert“ wurden in München demnach bei Altbauwohnungen diesen Herbst durchschnittlich 13,70 Euro/Quadratmeter bezahlt, für sogenannte „Bestandswohnungen“ 12,70 Euro und für Neubauwohnungen 14,00 Euro.

Die Experten vom IVD sprechen von „erneuten Rekordwerten“. Stephan Kippes, Professor für Immobilienmarketing, sagte: „Diese Beobachtung erstreckt sich auf alle Segmente des Mietmarktes.“

Und doch gibt es deutliche Unterschiede: zum Beispiel steigen die Wohnungsmieten nicht ganz so sehr wie die für Häuser, die im Herbst deutlich teurer waren als noch im Frühjahr. Den stärksten Anstieg gibt es in der Stadt bei Neubau-Doppelhaushälften zur Miete. Dort stiegen die Mieten um 3,6 Prozent.

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Besonders bitter am Marktbericht ist für Münchner traditionell der Blick in andere Regionen – zum Beispiel nach Hof. Dort liegt in der günstigsten Kategorie „Baujahr nach 1950 einfacher Wohnwert“, der Quadratmeterpreis bei 2,50 Euro – etwas mehr als ein Viertel der hiesigen Miete. In München muss man auch für die einfachen Wohnungen immer noch 9,30 Euro berappen (Frühjahr 9,00 Euro).

Unterschiede gibt es aber auch unter den Münchner Vierteln. Zwischen dem günstigen Hasenbergl (9,40 Euro) und dem teuersten Bezirk Altstadt-Lehel (14,80 Euro) hat sich manche Überraschung angesiedelt. Zum Beispiel die ehemaligen Glasscherbenviertel Schwanthalerhöhe (11,60 Euro) und Untergiesing (11,40 Euro), die sich mittlerweile im oberen Mittelfeld tummeln.

Ein Ende des Booms ist in der Stadt nicht abzusehen, in Oberbayern insgesamt hingegen sind die – ebenfalls hohen – Mieten im ersten Halbjahr leicht gesunken.

In München sind Ausreißer weitab vom Durchschnitt eher im Luxus- als im Günstig-Segment zu finden. Im Internet wird schon auch mal eine 90 Quadratmeter-Wohnung „Altbauflair fußläufig zur Maximilianstraße!“ angeboten. Quadratmeterpreis: 38,89 Euro. Da muss man gar nicht in Hof wohnen, dass einem bei solchen Preisen schwindelig wird

Felix Müller

Rubriklistenbild: © dpa

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