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Beschädigter Blindgänger

250-Kilo-Bombe: So gefährlich war sie wirklich

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Heikler Job für die Bombenentschärfer: Die Spezialisten bekamen es auf einer Baustelle mit einem demolierten Blindgänger zu tun.

München - Heikler Job für die Bombenentschärfer: Die Spezialisten des Sprengkommandos hatten es mit einem demolierten Blindgänger zu tun - der Zünder ließ sich nicht mehr lösen.

"Vorher lässt sich nie bestimmen, wie gefährlich eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wirklich ist", sagt Sprengmeister Martin Tietjen, der am Dienstagabend mit der Entschärfung der Bombe beauftragt war. Für die Spezialisten heißt es deswegen jedes Mal: hinfahren, begutachten, entscheiden was zu tun ist.

So auch am Dienstag. Zunächst wurde deswegen in einem Radius von 300 Metern rund um den Bombenfund alles abgesperrt, die Bewohner evakuiert. Für sie bestand dann keine Gefahr mehr, sagt Tietjen. Das ist das wichtigste: "Die Sicherheit für den öffentlichen Bereich muss gegeben sein. Wer sich außerhalb des Radius aufhält, dem kann nichts mehr passieren."

Da in der Gefahrenzone nur wenige Menschen lebten, mussten nur sechs Anwohner ihre Wohnungen vorübergehend verlassen, 30 weitere suchten bei Freunden oder Bekannten Unterschlupf.

Bombe war in der Mitte zerrissen

Dann ging es für die Bombenentschärfer los - im Gegensatz zu den Bewohnern waren sie mittendrin in der Gefahrenzone. Wie sich das anfühlt? "Wir sehen das technisch", sagt Martin Tietjen. "Ganz beruflich." Die Spezialisten tasteten sich Stück für Stück heran, nahmen den Blindgänger in Augenschein.

"Diese Bombe wurde in der Mitte zerrissen, als sie im Krieg runterkam", erklärt der Experte. Sie hatte zwei Zünder, nur noch einer funktionierte. Doch auch der hätte großen Schaden anrichten können: "Das war immer noch sehr gefährlich."

Fliegerbombe an der Schleißheimer Straße - Bilder

Der Zünder selbst habe wegen der Beschädigung nicht entfernt werden können, erklärte eine Polizeisprecherin. Bis die 250-Kilo-Fliegerbombe schließlich abtransportiert werden konnte, vergingen knapp sechs Stunden: Kurz vor Mitternacht gelang es den Spezialisten, den Blindgänger weitgehend unschädlich zu machen. Die eigentliche Entschärfung dauerte laut Martin Tietjen etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde. Dann wurde der Weltkriegszeuge auf ein Bundeswehrgelände gebracht.

Bombe liegt jetzt im Bunker

"Dort liegt sie jetzt im Bunker", sagt Tietjen. "Bei Gelegenheit wird sie zersägt." Einen Termin gibt es dafür noch nicht, denn der Bunker ist schon gut gefüllt: Im vergangenen Jahr lagerten dort bereits über 50 Tonnen Fliegerbomben, sagt Tietjen. "Die Bombe von der Schleißheimer Straße muss sich hinten anstellen. Aber die kommen alle dran."

Wie viele Fliegerbomben aus dem Krieg wohl noch irgendwo vergraben liegen - dazu will sich der Sprengmeister nicht äußern. "Es werden noch viele vermutet. Aber wie viele genau - ich habe keine Ahnung. Das ist die große Glaskugel."

Gedanken gingen nach Schwabing

Nach Angaben der Polizei war das 250-Kilo-Trumm bei Bauarbeiten gegen 18.30 Uhr auf einer Sportanlage in Nähe der BMW-Fabrik entdeckt worden. Der Blindgänger sei im Erdaushub gefunden wurden. Er sei bereits aufgerissen, der Zünder aber noch scharf gewesen. Die Polizei habe daher Spezialisten zur Entschärfung angefordert. Während der Entschärfung mussten mehrere Straßen gesperrt und der Stadtbusverkehr unterbrochen werden.

Die Gedanken gingen dabei direkt zurück in den August 2012, nach Schwabing, als dort eine Fliegerbombe gesprengt werden musste und riesige Schäden anrichtete. Die Bombe von der Schleißheimer Straße jedoch hatte einen ganz anderen Zünder als das Schwabinger Exemplar. Die Gefahr war also beherrschbar.

dpa/pak/mdu

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