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6000 Bürger betroffen!

Abfall-Gau im Olympiadorf - Müllanlage seit September kaputt

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Brunhilde Hülle (2. v. re.) und ihre Nachbarn ärgern sich über das Wegwerfverhalten einzelner Bewohner.

So ein Müll! Seit September bleiben 6000 Bewohner des Olympiadorfes sprichwörtlich auf ihrem Abfall sitzen: Die Müllsauganlage ist defekt. Und es gibt noch ein Problem.

München - Die Müllsauganlage hat bislang den Unrat im Dorf abtransportiert. Nun ist sie kaputt – verstopft! Gleich an mehreren Stellen in den Rohren hat sich der Müll festgesetzt. „Dass das System irgendwann mal kollabiert, war vorhersehbar! Es wurde ja alles reingestopft – Elektrogeräte, Teppiche, Bauschutt“, schimpft die Bewohnerin Brunhilde Hülle.

Wo ist eigentlich das Problem mit dem Müll?

Für die über 6000 Dorfbewohner war die Müllentsorgung jahrzehntelang sehr komfortabel. Doch so einfach und bequem das Saugsystem war, es gibt einen gravierenden ­Haken: „Die Anlage dient seit vielen Jahren wegen der vorgeschriebenen Mülltrennung lediglich noch der Restmüllbeseitigung“, sagt Brunhilde Hülles Ehemann Wolfgang, zugleich Vorstandsmitglied der Einwohner-Interessen-Gemeinschaft.

Wenn man sich an die Mülltrennung halte, sei es gar nicht mehr so viel, was man überhaupt in die Sauganlage geben dürfe, betont auch Herbert Hantelmann, Geschäftsführer der Olympiadorf-Betrieb ­Beteiligungs GmbH. Doch die Praxis zeige: „Viele Leute halten sich nicht an die Mülltrennung.“

Weil die Rohre teilweise verstopft sind, hat die Müllsauganlage im Olympiadorf den Geist aufgegeben.

Ob sich eine ­Reparatur der alten Anlage lohnt? Für Wolfgang Hülle ist das sehr fraglich angesichts der geringen Restmüllmenge von nur mehr zehn bis 20 Prozent des Gesamtaufkommens. Die Installation einer neuen Anlage wäre noch teurer, fünf bis acht Millionen Euro, schätzt Hülle. Und: „Danach hätten wir bald wieder dasselbe Problem.“

Das Hirn der Müllsauganlage: ODBG-Geschäftsführer Herbert Hantelmann in der Schaltzentrale. Von hier wurden pro Jahr rund 730 Tonnen Müll aus dem Dorf gebracht.

Darum ist für Müllwagen im Olympiadorf kein Platz 

Momentan gibt es laut Heino Jahn vom Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) ein Provisorium: Normale Müllcontainer wurden aufgestellt, und der Abfall wird von Müllwagen des AWM abtransportiert. Das Problem hierbei: Die Straßen im Olympiadorf sind für die schweren Müllwagen nicht gemacht – die filigranen Wegeinfassungen gehen kaputt. Also ist jetzt stellenweise Handarbeit erforderlich: Mitarbeiter der Hausmeister laden die Müllsäcke auf Pritschenfahrzeuge und transportieren sie ab.

Im Frühjahr soll testweise ein ­System mit Rollcontainern eingeführt werden. Die werden dann von jedem Haus mit einem kleinen ­Fahrzeug als Kolonne zur zentralen Sammelstelle gezogen. In jedem Fall müssen die Bewohner ihren Müll nun ganz normal ­runterbringen.

Seit die Anlage kaputt ist, müssen Brunhilde Hülle (2. v. re.) und die anderen Dorfbewohner ihren Abfall zu provisorisch aufgestellten Tonnen bringen.

 

Olympisches Dorf: Kleine Stadt in der Stadt

Trubel im Olympiastadion, das Olympische Dorf mit etwa 15.000 Menschen, das Hasenbergl, das dörfliche Feldmoching und die ruhige Dreiseenplatte: der Dienstbereich der Polizeiinspektion 43 Olympiapark bietet den etwa 130 Beamten, die dort arbeiten, viel Abwechslung.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Schwabing – mein Viertel“ und „Milbertshofen – mein Viertel“.

DAS

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