Konzertkritik

André Rieus Walzer-Stadl in der Olympiahalle

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Wenn der Hallenhimmel voller Geigen hängt – dann war André Rieu in der Stadt, Münchens zweitliebster Holländer nach Arjen Robben.

München - Wenn der Hallenhimmel voller Geigen hängt – dann war André Rieu in der Stadt, Münchens zweitliebster Holländer nach Arjen Robben. In der Olympiahalle sperrte der fidele Fiedler aus Maastricht am Freitagabend wieder seinen Walzer-Stadl auf.

Und ob man das Naschwerk des Klassik-Konditors nun mag oder nicht – von Schostakowitschs „Walzer Nr. 2" bis zur Fußballhymne „You'll never walk alone" war der Abend perfekt gemachte Unterhaltung. Motto: „We will Frack you!“

Offenbar hat der Schlossherr mit seinem Publikum einen Maastrichter Vertrag abgeschlossen: Solange er mit dem Johann-Strauss-Orchester um die Welt geigt, kommen die Menschen – wenn auch nicht mehr ganz so zahlreich wie früher. Aber sie wissen, warum. In der Olympiahalle braucht Rieu nur ein lässiges Zucken mit der Augenbraue, um wieder mal alle um den Finger zu wickeln. Der bald 65-Jährige ist ein großer Unterhalter, von dessen Humor und Selbstironie viele lernen können – nicht zuletzt Geigenkollege Garrett mit seinem allzu kalkulierten Klassik-Pop-Pichelsteiner. Gassenhauer wie „Granada“ oder Peter Alexanders „Kleine Kneipe“ tun in München ihr Übriges.

Ein bisschen Comedy, ein bisschen Drama und ganz viel Liebe zum Detail – so funktioniert die Frack-Sause. Jedes Glöckerl, das man hört, ist ein echtes Glöckerl, und kommt nicht billig vom Band. Das nennt man dann wohl Respekt vor dem Publikum. André Rieu live – die Champions League der leichten Musi.

Jörg Heinrich

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